Der über­gan­ge­ne Ver­fah­rens­be­voll­mäch­tig­te des Notars

Ist für einen Betei­lig­ten ein Ver­fah­rens­be­voll­mäch­tig­ter bestellt (§ 10 Abs. 2 FamFG), sind Zustel­lun­gen nach § 15 Abs. 2 Satz 1 FamFG i.V.m. § 172 Abs. 1 Satz 1 ZPO aus­schließ­lich an die­sen und nicht an den Betei­lig­ten zu bewir­ken1; nichts ande­res gilt, wenn das Gericht ohne förm­li­che Zustel­lung Gele­gen­heit zur Stel­lung­nah­me gibt.

Der über­gan­ge­ne Ver­fah­rens­be­voll­mäch­tig­te des Notars

Zwar ist der Notar grund­sätz­lich nicht Betei­lig­ter des Beschwer­de­ver­fah­rens nach § 15 Abs. 2 BNo­tO. Er hat in aller Regel die Rechts­stel­lung der ers­ten Instanz2, so dass es zwei­fel­haft erscheint, ob § 172 Abs. 1 ZPO inso­weit über die Ver­wei­sung nach § 15 Abs. 2 Satz 1 FamFG über­haupt ein­greift.

Dar­auf kommt es vor­lie­gend aber nicht an. Denn etwas ande­res gilt jeden­falls dann, wenn der Notar in eige­nen Rech­ten betrof­fen ist, was ins­be­son­de­re anzu­neh­men ist, wenn die Ver­wei­ge­rung einer Amts­hand­lung auf eige­ne Gebüh­ren­an­sprü­che gestützt wird. Fol­ge­rich­tig ist der Notar in sol­chen Fäl­len auch zur Ein­le­gung von Rechts­mit­teln befugt3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 16. Okto­ber 2014 – V ZB 223/​12

  1. BGH, Beschluss vom 29.04.2010 – – V ZB 202/​09 8 mwN []
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 28.10.2010 – – V ZB 70/​10 9; BayO­bLGZ 1998, 6, 9; Eylmann/​Vaasen/​Frenz, BNotO/​BeurkG, 3. Aufl., § 15 BNo­tO Rn. 33 []
  3. BVerfG, NJW 1992, 359, 360; OLG Düs­sel­dorf, MDR 1999, 771; Sand­küh­ler in Arndt/​Lerch/​Sandkühler, BNo­tO, 7. Aufl., § 15 Rn. 104; jeweils mwN; vgl. auch BT-Drs. 16/​6308, S.204 []