Der Umtausch von Unter­wä­sche

Grund­sätz­lich gibt es kein Recht auf Umtausch bei Nicht­ge­fal­len. Ein sol­ches Umtausch­recht muss ver­trag­lich ver­ein­bart wer­den.

Der Umtausch von Unter­wä­sche

In einem vom Amts­ge­richt Mün­chen ent­schie­de­nen Fall woll­te eine Mün­che­ne­rin Unter­wä­sche umtau­schen. Die Klä­ge­rin kauf­te im Mai 2011 in einem Mie­der­wa­ren­ge­schäft einen Biki­ni, einen Slip und eine Cor­sa­ge, die ihr Mann zwei Tage spä­ter zurück­ge­ben und den Ver­kauf­preis erstat­tet bekom­men woll­te. Die Inha­be­rin des Geschäfts wei­ger­te sich jedoch. Schließ­lich kön­ne Unter­wä­sche nicht so ein­fach zurück­ge­nom­men wer­den. Aber man habe ihr doch zuge­sagt, so die Kun­din, dass sie die Tei­le zurück­ge­ben kön­ne. Schließ­lich soll­ten Slip und Cor­sa­ge Teil eines Braut­klei­des sein und hät­ten mit des­sen Far­be abge­stimmt wer­den müs­sen. Das stim­me nicht, erwi­der­te die Laden­in­ha­be­rin. Dar­auf­hin hat die Kun­din Kla­ge vor dem Amts­ge­richt Mün­chen erho­ben.

Das Amts­ge­richt Mün­chen beton­te jedoch den Grund­satz, dass es ein Recht auf Umtausch bei Nicht­ge­fal­len grund­sätz­lich nicht gebe. Ein sol­ches müss­te ver­trag­lich ver­ein­bart wer­den.

Nach dem auch grund­sätz­lich ein sol­ches Recht nur den Aus­tausch von Waren, nicht das Recht auf Rück­ga­be gegen Rück­erstat­tung des Kauf­prei­ses beinhal­te, müs­se auch der behaup­te­te Rück­ga­be­an­spruch aus­drück­lich ver­ein­bart wor­den sein. Im Übri­gen sei auch ein Recht auf Umtausch von Unter­wä­sche in der Pra­xis regel­mä­ßig aus­ge­schlos­sen, da ein Anpro­bie­ren mög­li­cher­wei­se eine Auf­nah­me in das Ver­kaufs­sor­ti­ment unzu­mut­bar mache. All dies kön­ne aller­dings hier dahin­ge­stellt blei­ben. Nach dem eine sol­che Ver­ein­ba­rung über­haupt bestrit­ten wer­de, müs­se sie die Klä­ge­rin bewei­sen. Dies sei ihr jedoch nicht gelun­gen.

Amts­ge­richt Mün­chen, Urteil vom 27. Dezem­ber 2011 – 155 C 18514/​11