Der uner­heb­li­che Beweis­an­trag – und die Wahr­un­ter­stel­lung

Nach gefes­tig­ter Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs kann ein Beweis­an­trag in ent­spre­chen­der Anwen­dung von § 244 Abs. 3 StPO abge­lehnt wer­den, dann also, wenn die unter Beweis gestell­te Tat­sa­che uner­heb­lich, bereits erwie­sen oder offen­kun­dig ist, wenn das Beweis­mit­tel unzu­läs­sig, uner­reich­bar oder völ­lig unge­eig­net ist oder wenn die behaup­te­te Tat­sa­che als wahr unter­stellt wird 1.

Der uner­heb­li­che Beweis­an­trag – und die Wahr­un­ter­stel­lung

Die Wahr­un­ter­stel­lung ist ein Unter­fall der Uner­heb­lich­keit. Wenn die frag­li­che Tat­sa­che als wahr unter­stellt wer­den kann, ohne dass sich das Ergeb­nis ändert, kommt es auf sie nicht an.

Vor­aus­set­zung einer zuläs­si­gen Wahr­un­ter­stel­lung ist jedoch, dass die Behaup­tung so über­nom­men wird, wie die Par­tei sie auf­ge­stellt hat.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 24. Sep­tem­ber 2015 – IX ZR 266/​14

  1. BGH, Urteil vom 17.02.1970 – III ZR 139/​67, BGHZ 53, 245, 258 f; vom 10.02.1993 – XII ZR 241/​91, BGHZ 121, 266, 270 f[]