Der unge­eig­ne­te WEG-Ver­wal­ter

Ein Ver­wal­ter­kan­di­dat ist nicht allein des­halb unge­eig­net, weil er kei­ne Aus­bil­dung in der Immo­bi­li­en­ver­wal­tung absol­vier­te und noch nie selbst­stän­di­ge Erfah­run­gen als WEG-Ver­wal­ter gesam­melt hat 1. Die Ver­wal­ter­be­stel­lung eines Kan­di­da­ten kann auch dann ord­nungs­ge­mä­ßer Ver­wal­tung ent­spre­chen, wenn die­ser weder über eine betriebs­wirt­schaft­li­che noch über eine recht­li­che Aus­bil­dung ver­fügt.

Der unge­eig­ne­te WEG-Ver­wal­ter

Tat­sa­chen, die erst nach der Beschluss­fas­sung über die Ver­wal­ter­be­stel­lung ein­ge­tre­ten sind, sind im Beschluss­an­fech­tungs­ver­fah­ren nicht zu berück­sich­ti­gen.

Der Rechts­auf­fas­sung, von der man­geln­den Eig­nung sei bereits dann aus­zu­ge­hen, wenn der Ver­wal­ter­kan­di­dat kei­ne Aus­bil­dung in der Immo­bi­li­en­ver­wal­tung absol­viert und noch nie selb­stän­di­ge Erfah­run­gen als WEG-Ver­wal­ter gesam­melt habe, ver­mag das Land­ge­richt Stutt­gart nicht zu fol­gen. Die dahin gehen­de Ent­schei­dung des Land­ge­richts Düs­sel­dorf 2 lässt außer Acht, dass eine fach­li­che Qua­li­fi­ka­ti­on nicht Vor­aus­set­zung für die Aus­übung einer Ver­wal­ter­tä­tig­keit ist. Wür­de man den Nach­weis von Berufs­er­fah­rung als Vor­aus­set­zung für eine gül­ti­ge Beschluss­fas­sung über die Ver­wal­ter­be­stel­lung ver­lan­gen, wäre Berufs­an­fän­gern der Weg zu einer selb­stän­di­gen Berufs­aus­übung als Ver­wal­ter ver­sperrt 3.

Land­ge­richt Stutt­gart, Urteil vom 8. Juli 2015 – 10 S 68/​14

  1. ent­ge­gen LG Düs­sel­dorf, Urteil 18.10.2013 – 25 S 7/​13[]
  2. LG Düs­sel­dorf, Urteil vom 18.10.2013 – 25 S 7/​13[]
  3. vgl. Kapries, ZMR 2014, 856, 857[]