Der unge­teil­te Nach­lass – und die Kla­ge eines Nachlassgläubigers

Ein Nach­lass­gläu­bi­ger hat bis zur Tei­lung des Nach­las­ses die Wahl, ob er die Mit­er­ben als Gesamt­schuld­ner (§ 2058 BGB) in Anspruch nimmt, oder ob er von ihnen (ledig­lich) die Befrie­di­gung aus dem unge­teil­ten Nach­lass in Form der Gesamt­hand­s­kla­ge (§ 2059 Abs. 2 BGB) ver­langt1.

Der unge­teil­te Nach­lass – und die Kla­ge eines Nachlassgläubigers

Hat der Klä­ger kei­ne Gesamt­hand­s­kla­ge erho­ben, bei der er sämt­li­che Mit­er­ben hät­te in Anspruch neh­men müs­sen2, son­dern begehrt er eine gesamt­schuld­ne­ri­sche Ver­ur­tei­lung der beklag­ten Erben gemäß § 2058 BGB, so ist es nicht erfor­der­lich, dass sämt­li­che Mit­er­ben ver­klagt wer­den3. Viel­mehr kann sich die Kla­ge auch nur gegen ein­zel­ne Mit­er­ben als Gesamt­schuld­ner rich­ten (vgl. § 421 BGB).

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 26. Mai 2021 – IV ZR 174/​20

  1. BGH, Urteil vom 10.02.1988 – IVa ZR 227/​86, NJW-RR 1988, 710 8][]
  2. vgl. Beck­OK BGB/​Lohmann, [Stand: 1.02.2021] § 2059 Rn. 6[]
  3. vgl. MünchKommBGB/​Ann, 8. Aufl. § 2058 Rn. 23; Palandt/​Weidlich, BGB 80. Aufl. § 2059 Rn. 4, 11[]