Der unwirk­sam bestell­te beson­de­re Ver­tre­ter im Zivil­pro­zess

Wenn die Legi­ti­ma­ti­on einer als gesetz­li­cher Ver­tre­ter auf­tre­ten­den Per­son wäh­rend des Rechts­streits in Fra­ge gestellt wird, so ist die nicht legi­ti­mier­te Per­son aus dem Rechts­streit zu wei­sen.

Der unwirk­sam bestell­te beson­de­re Ver­tre­ter im Zivil­pro­zess

Das ist zwar im Gesetz nicht gere­gelt, ergibt sich aber aus der Not­wen­dig­keit, den nicht befug­ten Ver­tre­ter von wei­te­ren Pro­zess­hand­lun­gen für die von ihm nicht ver­tre­te­ne Par­tei aus­zu­schlie­ßen 1.

Die von dem durch den nich­tig bestell­ten beson­de­ren Ver­tre­ter beauf­trag­ten Pro­zess­be­voll­mäch­tig­ten vor­ge­nom­me­nen Pro­zess­hand­lun­gen (hier: der in der münd­li­chen Ver­hand­lung gestell­te Antrag auf Erlass eines Ver­säum­nis­ur­teils) ist unwirk­sam und daher nicht zu beschei­den 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 2. Juli 2019 – II ZR 406/​17

  1. vgl. BFHE 99, 348; 112, 113; KG, NJW 1968, 1635 mwN; Münch­Komm-BGB/Z­PO/­Lin­dacher, 5. Aufl., § 52 Rn. 34; Zöller/​Althammer, ZPO, 32. Aufl., § 56 Rn. Rn. 13; Stein/​Jonas/​Jacoby, ZPO, 23. Aufl., § 56 Rn. 18[]
  2. vgl. BGH, Urteil vom 23.10.2003 – IX ZR 324/​01, NJW-RR 2004, 275, 276[]