Der ver­kün­de­te Urteils­te­nor

Die Rüge des Klä­gers, das schrift­lich abge­fass­te Urteil ent­spre­che nicht dem ver­kün­de­ten Urteils­te­nor, ist unzu­läs­sig, wenn die­ser aus­weis­lich der Sit­zungs­nie­der­schrift so ver­kün­det wor­den ist, wie er auch aus dem schrift­lich abge­fass­ten Urteil ersicht­lich ist.

Der ver­kün­de­te Urteils­te­nor

Nach § 165 Satz 1 ZPO beweist das Pro­to­koll die Beach­tung der für die münd­li­che Ver­hand­lung vor­ge­schrie­be­nen Förm­lich­kei­ten. Zu die­sen gehört gemäß § 160 Abs. 3 Nr. 7 ZPO die Ver­kün­dung des Urteils, die nach § 311 Abs. 2 Satz 1 ZPO u.a. durch die Ver­le­sung der Urteils­for­mel erfol­gen kann.

Eine Ent­kräf­tung des Pro­to­kolls ist gem. § 165 Satz 2 ZPO nur durch den Nach­weis der Fäl­schung mög­lich. Für eine Fäl­schung des Pro­to­kolls muss der Klä­ger­so­wohl hin­rei­chen­de Umstän­de vor­tra­gen wie auch Mit­tel zu ihrem Nach­weis benen­nen.

Die blo­ße Behaup­tung, es sei auch bezüg­lich der außer­or­dent­li­chen Kün­di­gung mit Aus­lauf­frist ein der Kla­ge statt­ge­ben­der Tenor ver­kün­det wor­den, reicht dazu nicht aus.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 17. Novem­ber 2016 – 2 AZR 730/​15