Der Ver­zicht auf ein Not­we­ge­recht als Grund­dienst­bar­keit

Eine Grund­dienst­bar­keit des Inhalts, dass auf einen nach § 917 BGB zu dul­den­den Not­weg ver­zich­tet wird, ist im Grund­buch des durch den Ver­zicht belas­te­ten Grund­stücks ein­zu­tra­gen. Aus einer Ein­tra­gung im Grund­buch des durch das Not­weg­recht belas­te­ten Grund­stücks kann sich ein ding­lich wir­ken­der Ver­zicht nicht erge­ben.

Der Ver­zicht auf ein Not­we­ge­recht als Grund­dienst­bar­keit

Eine auf dem Ver­bin­dungs­grund­stück las­ten­de Grund­dienst­bar­keit steht dem von Not­weg­recht gemäß § 917 BGB nicht ent­ge­gen. In der Beschrän­kung des ein­ge­tra­ge­nen Geh- und Fahrt­rechts auf Kraft­fahr­zeu­ge, die kei­ne Per­so­nen­kraft­wa­gen sind, liegt kein ding­lich wir­ken­der Ver­zicht zu Las­ten des ver­bin­dungs­lo­sen Grund­stücks.

Zwar kann der Berech­tig­te auf das Not­weg­recht ver­zich­ten. Ein sei­tens des Berech­tig­ten erklär­ter Ver­zicht liegt im hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall aber nicht vor. Ein schuld­recht­li­cher Ver­zicht sei­ner Rechts­vor­gän­ger, der sich aus dem der Bestel­lung des Geh- und Fahrt­rechts zugrun­de­lie­gen­den Schuld­ver­hält­nis erge­ben kann, bin­det den Berech­tig­ten nicht.

Eine ding­li­che und damit auch den Ein­zel­rechts­nach­fol­ger bin­den­de Wir­kung des Ver­zichts kann nur durch eine ent­spre­chen­de Grund­dienst­bar­keit erreicht wer­den [1].

Nach der drit­ten Alter­na­ti­ve des § 1018 BGB kann ein Grund­stück zuguns­ten des jewei­li­gen Eigen­tü­mers eines ande­ren Grund­stücks auch in der Wei­se belas­tet wer­den, dass die Aus­übung eines Rechts aus­ge­schlos­sen ist, das sich aus dem Eigen­tum an dem belas­te­ten Grund­stück dem ande­ren Grund­stück gegen­über ergibt. Dies betrifft in ers­ter Linie die ding­li­che Ver­pflich­tung, die Nach­bar­rech­te aus §§ 904 bis 923 BGB nicht oder nur ein­ge­schränkt aus­zu­üben [2]. Ein sich aus dem Grund­ei­gen­tum erge­ben­des Recht im Sin­ne des § 1018 BGB stellt auch das Not­weg­recht gemäß § 917 BGB dar. Ein Ver­zicht auf das Not­weg­recht kann daher Gegen­stand einer Grund­dienst­bar­keit im Sin­ne des § 1018 BGB sein [3].

Eine ding­li­che und damit auch den Ein­zel­rechts­nach­fol­ger bin­den­de Wir­kung des Ver­zichts kann nur durch eine ent­spre­chen­de Grund­dienst­bar­keit erreicht wer­den [1].

Nach der drit­ten Alter­na­ti­ve des § 1018 BGB kann ein Grund­stück zuguns­ten des jewei­li­gen Eigen­tü­mers eines ande­ren Grund­stücks auch in der Wei­se belas­tet wer­den, dass die Aus­übung eines Rechts aus­ge­schlos­sen ist, das sich aus dem Eigen­tum an dem belas­te­ten Grund­stück dem ande­ren Grund­stück gegen­über ergibt. Dies betrifft in ers­ter Linie die ding­li­che Ver­pflich­tung, die Nach­bar­rech­te aus §§ 904 bis 923 BGB nicht oder nur ein­ge­schränkt aus­zu­üben [2]. Ein sich aus dem Grund­ei­gen­tum erge­ben­des Recht im Sin­ne des § 1018 BGB stellt auch das Not­weg­recht gemäß § 917 BGB dar. Ein Ver­zicht auf das Not­weg­recht kann daher Gegen­stand einer Grund­dienst­bar­keit im Sin­ne des § 1018 BGB sein [3].

Im hier ent­schie­de­nen Fall lie­gen die Vor­aus­set­zun­gen für ein Not­weg­recht des Klä­gers gemäß § 917 BGB vor, aus­ge­hend von der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs, wonach eine ord­nungs­mä­ßi­ge Grund­stücks­nut­zung i.S.d. § 917 BGB bei einem Wohn­grund­stück auch die Mög­lich­keit vor­aus­setzt, die­ses mit einem Per­so­nen­kraft­wa­gen anzu­fah­ren, wenn es nicht ledig­lich um das Abstel­len von Kraft­fahr­zeu­gen auf dem Grund­stück, son­dern um des­sen Erreich­bar­keit mit Kraft­fahr­zeu­gen geht [4]. Sei­ne tatrich­ter­li­che, auf einer Augen­sch­ein­nah­me beru­hen­de Wür­di­gung, wonach unter Zugrun­de­le­gung die­ser Maß­stä­be ein Not­weg­recht des Klä­gers zum Befah­ren mit einem Per­so­nen­kraft­wa­gen besteht, ist revi­si­ons­recht­lich nicht zu bean­stan­den.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 7. März 2014 – V ZR 137/​13

  1. Staudinger/​Roth, BGB [2009], § 918 Rn. 9; Sal­ler in Grziwotz/​Lüke/​Saller, Pra­xis­hand­buch Nach­bar­recht, 2. Aufl., 4. Teil Rn. 57; Deh­ner, Nach­bar­recht, 7. Aufl., B § 27 S. 28[][]
  2. Bay­O­bLG, Mitt­BayNot 1990, 107, 108; Bay­O­bLGZ 2004, 103, 105; Staudinger/​Mayer, BGB [2009], § 1018 Rn. 75, 125; Münch­Komm-BGB/­Joost, 6. Aufl., § 1018 BGB Rn. 38[][]
  3. vgl. Staudinger/​Mayer, BGB [2009], § 1018 Rn. 127; Münch­Komm-BGB/­Joost, 6. Aufl., § 1018 BGB Rn. 39[][]
  4. BGH, Urteil vom 18.10.2013 – V ZR 278/​12, MDR 2014, 149 Rn. 12; Urteil vom 12.12 2008 – V ZR 106/​07, NJW-RR 2009, 515, 517 Rn. 24[]