Der Woh­nungs­brand – und die Räu­mung der Miet­woh­nung

Gibt der Mie­ter die Miets­sa­che nach Been­di­gung des Miet­ver­hält­nis­ses nicht zurück, kann der Ver­mie­ter für die Dau­er der Vor­ent­hal­tung als Ent­schä­di­gung die ver­ein­bar­te Mie­te ver­lan­gen (§ 546a Abs. 1 BGB). Rück­ga­be der Miet­sa­che bedeu­tet Ver­schaf­fung des unmit­tel­ba­ren Besit­zes. Zur Rück­ga­be von Mieträu­men gehört außer der Ver­schaf­fung der tat­säch­li­chen Gewalt auch die Räu­mung 1.

Der Woh­nungs­brand – und die Räu­mung der Miet­woh­nung

Dabei hat der Mie­ter auch sol­che von ihm ein­ge­brach­te Sachen zu ent­fer­nen, die durch einen Brand zer­stört wor­den und von denen nur noch Brand­res­te vor­han­den sind 2. Nimmt der Mie­ter nur eine teil­wei­se Räu­mung des Miet­ob­jekts vor, so hat dies, da Teil­leis­tun­gen des Mie­ters bei Erfül­lung der Rück­ga­be­pflicht unzu­läs­sig sind, zur Fol­ge, dass – wenn sich, wie hier, aus dem Ver­trag nichts Gegen­tei­li­ges ergibt – dem Ver­mie­ter die gesam­te Miet­sa­che vor­ent­hal­ten wird.

Blei­ben nur ein­zel­ne Gegen­stän­de zurück, kann im Ein­zel­fall den­noch anzu­neh­men sein, dass der Mie­ter sei­ne Räu­mungs­pflicht erfüllt hat 3.

Dabei ändert auch die von der Ver­mie­te­rin abge­schlos­se­ne Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung nichts am Vor­lie­gen der Vor­aus­set­zun­gen des § 546a Abs. 1 BGB. Aller­dings sind in die­ser Gebäu­de­ver­si­che­rung die infol­ge des Ver­si­che­rungs­fal­les not­wen­di­gen Kos­ten für das Auf­räu­men und den Abbruch von ver­si­cher­ten Sachen mit­ver­si­chert (§ 2 Nr. 1 Buchst. a VGB 2003). Es kann dahin­ge­stellt blei­ben, ob hier­von auch die auf die Besei­ti­gung der durch den Brand unbrauch­bar gewor­de­nen – an sich nicht zu den hier ver­si­cher­ten Sachen gehö­ren­den – Möbel der Mie­te­rin ent­fal­len­den Kos­ten umfasst sind. Denn dies änder­te nichts dar­an, dass zunächst die Mie­te­rin ver­pflich­tet war, für eine voll­stän­di­ge Besei­ti­gung der von ihr ein­ge­brach­ten Möbel zu sor­gen 4.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 21. Janu­ar 2014 – VIII ZR 48/​13

  1. BGH, Urtei­le vom 11.05.1988 – VIII ZR 96/​87, BGHZ 104, 285, 288; vom 05.10.1994 – XII ZR 53/​93, BGHZ 127, 156, 165; jeweils zu den inhalts­glei­chen Vor­gän­ger­re­ge­lun­gen in § 556 Abs. 1, § 557 Abs. 1 BGB aF und jeweils mwN[]
  2. vgl. BGH, Urteil vom 19.10.1995 – IX ZR 82/​94, BGHZ 131, 95, 100; OLG Düs­sel­dorf, OLGR Düs­sel­dorf 2006, 493, 494; jeweils mwN[]
  3. BGH, Urtei­le vom 11.05.1988 – VIII ZR 96/​87, aaO S. 289 mwN; vom 05.10.1994 – XII ZR 53/​93, aaO S. 166 f.[]
  4. vgl. OLG Düs­sel­dorf, aaO; vgl. auch BGH, Urteil vom 19.10.1995 – IX ZR 82/​94, aaO; jeweils mwN[]