Der nach Zeit­auf­wand zu bemes­sen­de Ver­gü­tungs­an­spruch – und sein schlüs­si­ger Vor­trag

Für den schlüs­si­gen Vor­trag einer nach Zeit­auf­wand bemes­se­nen Ver­gü­tungs­an­spruchs ist nicht erfor­der­lich, dass die Klä­ge­rin angibt, wel­che Arbei­ten sie zu wel­chem Zeit­punkt mit wel­chem Stun­den­auf­wand erbracht haben will.

Der nach Zeit­auf­wand zu bemes­sen­de Ver­gü­tungs­an­spruch – und sein schlüs­si­ger Vor­trag

Zur schlüs­si­gen Begrün­dung eines nach Zeit­auf­wand zu bemes­sen­den Ver­gü­tungs­an­spruchs bedarf es grund­sätz­lich nur der Dar­le­gung, wie vie­le Stun­den der Anspruch­stel­ler für die Ver­trags­leis­tung auf­ge­wen­det hat. Es ist regel­mä­ßig kei­ne Dif­fe­ren­zie­rung geschul­det, wel­che Arbeits­stun­den für wel­che Tätig­kei­ten und an wel­chen Tagen ange­fal­len sind 1.

Dem ist die Klä­ge­rin mit der Anga­be der erbrach­ten Stun­den gerecht gewor­den. Es bedarf auch nicht der Vor­la­ge von Stun­den­nach­wei­sen oder sons­ti­gen Bele­gen zum Umfang der erbrach­ten Tätig­kei­ten.

Mit der Anga­be der aus­ge­führ­ten Arbei­ten und Abrech­nung zu den hier­für ver­ein­bar­ten Ver­gü­tun­gen genügt die Klä­ge­rin den Sub­stan­ti­ie­rungs­an­for­de­run­gen. Eine zeit­li­che Zuord­nung ist auch hier nicht erfor­der­lich und kann nicht mit Gesichts­punk­ten der sekun­dä­ren Dar­le­gungs­last wegen der beklag­ten­seits erho­be­nen Ver­jäh­rungs­ein­re­de begrün­det wer­den.

Die Auf­er­le­gung einer sekun­dä­ren Dar­le­gungs­last fin­det ihre Recht­fer­ti­gung dar­in, dass der pri­mär dar­le­gungs­be­las­te­te Anspruch­stel­ler außer­halb des von ihm vor­zu­tra­gen­den Gesche­hens­ab­laufs steht und kei­ne nähe­re Kennt­nis der maß­geb­li­chen Umstän­de besitzt, wäh­rend der Anspruchs­geg­ner die wesent­li­chen Tat­sa­chen kennt oder unschwer in Erfah­rung brin­gen kann und es ihm zumut­bar ist, nähe­re Anga­ben hier­zu zu machen 2.

Eine sekun­dä­re Dar­le­gungs­last besteht aber nicht, soweit für die pri­mär beweis­be­las­te­te Par­tei eine wei­te­re Sach­auf­klä­rung mög­lich und zumut­bar ist 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 5. Janu­ar 2017 – VII ZR 184/​14

  1. BGH, Urteil vom 17.04.2009 – VII ZR 164/​07, BGHZ 180, 235 Rn. 33 f.; Urteil vom 28.05.2009 – VII ZR 74/​06, BauR 2009, 1291 Rn. 13 f. = NZBau 2009, 504[]
  2. BGH, Urteil vom 03.05.2016 – II ZR 311/​14, WM 2016, 1231 Rn.19[]
  3. vgl. BGH, Urteil vom 08.01.2014 – I ZR 169/​12, BGHZ 200, 76 Rn. 17[]