Der Zusatz zur Widerrufsbelehrung

In der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist geklärt, dass eine inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen entsprechende Widerrufsbelehrung nicht dadurch undeutlich wird, dass die Vertragsunterlagen an anderer, drucktechnisch nicht hervorgehobener Stelle einen inhaltlich nicht ordnungsgemäßen Zusatz enthalten1.

Der Zusatz zur Widerrufsbelehrung

Erst recht gilt dies ohne Rücksicht auf die Art ihrer Gestaltung, soweit Zusätze außerhalb der Widerrufsbelehrung zwar eine unzulässige und damit unwirksame Abweichung von Vorschriften des Verbraucherschutzrechts aufweisen, aber nicht in Zusammenhang mit der Unterrichtung über das Widerrufsrecht als solches stehen.

Dass in den Darlehensvertrag einbezogene Allgemeine Geschäftsbedingungen eine unwirksame Regelung zu einer Beschränkung der Aufrechnungsbefugnis enthalten, ist damit für die Ordnungsmäßigkeit der Widerrufsbelehrung ohne Auswirkung.

Entsprechend steht die obergerichtliche Rechtsprechung auf dem Standpunkt, eine nach Maßgabe des BGH-Urteils vom 20.03.20182 unwirksame Klausel beeinträchtige die Deutlichkeit bzw. Klarheit und Verständlichkeit der Unterrichtung über das Widerrufsrecht nicht3.

Bundesgerichtshof, Beschluss vom 2. April 2019 – XI ZR 463/18

  1. BGH, Urteil vom 10.10.2017 – XI ZR 443/16, WM 2017, 2248 Rn. 25 []
  2. BGH, Urteil vom 20.03.2018 – XI ZR 309/16, WM 2018, 1049 Rn. 12 ff., zur Veröffentlichung in BGHZ 218, 132 vorgesehen []
  3. für die Widerrufsbelehrung OLG Schleswig, Urteil vom 09.08.2018 – 5 U 43/18 45; für die Widerrufsinformation OLG Brandenburg, Urteil vom 18.07.2018 – 4 U 140/17, Rdnr. 19 ff.; OLG Frankfurt am Main, Beschlüssel vom 03.05.2018 – 23 U 91/17, Rdnr. 26; und in ZIP 2019, 166, 167 f.; OLG Köln, Beschlüsse vom 13.09.2018 – 24 U 71/18 9; vom 18.10.2018 – 4 U 90/18 4 ff.; vom 22.10.2018 – 24 U 106/18 16; und vom 10.01.2019 – 12 U 90/18 23 ff.; OLG Stuttgart, Beschluss vom 04.02.2019 – 6 U 88/18 30 ff. []