Die abge­bro­che­ne Inter­net-Auk­ti­on

Wird eine eBay-Auk­ti­on vor­zei­tig abge­bro­chen, kann ein Anspruch auf Scha­dens­er­satz nur für den­je­ni­gen bestehen, der zum Zeit­punkt des Auk­ti­ons­ab­bruchs das höchs­te Gebot abge­ge­ben hat und die­ses auch nach­wei­sen kann.

Die abge­bro­che­ne Inter­net-Auk­ti­on

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ober­lan­des­ge­richt Dres­den in dem hier vor­lie­gen­den Fall die Beru­fung einer Klä­ge­rin zurück­ge­wie­sen, die vom Anbie­ter eines gebrauch­ten Lkw Scha­dens­er­satz ver­langt hat, weil die­ser die Auk­ti­on abge­bro­chen hat­te. Der Beklag­te hat­te bei eBay einen gebrauch­ten Lkw mit Lade­kran zu einem Start­preis von 1 Euro zum Kauf ange­bo­ten, dann die Auk­ti­on aber vor­zei­tig abge­bro­chen. Der ursprüng­li­che Bie­ter, der sei­ne ver­meint­li­chen Scha­dens­er­satz­an­sprü­che gegen den Beklag­ten an die Klä­ge­rin abge­tre­ten hat, soll zum Zeit­punkt des Auk­ti­ons­ab­bruchs durch den Beklag­ten Höchst­bie­ten­der gewe­sen sein.

Nach Auf­fas­sung des Ober­lan­des­ge­richts Dres­den habe die Klä­ge­rin nicht schlüs­sig vor­ge­tra­gen, dass der ursprüng­li­che Bie­ter zum Zeit­punkt des Auk­ti­ons­ab­bruchs durch den Beklag­ten Höchst­bie­ten­der war. Daher bestehe kein Anspruch auf Scha­dens­er­satz.

Auf die Fra­ge, ob es sich bei dem Bie­ter um einen "Abbruch­jä­ger" han­del­te und wenn ja, ob die Gel­tend­ma­chung von Scha­dens­er­satz­an­sprü­chen in einem sol­chen Fall rechts­miss­bräuch­lich wäre, kam es damit bei der Ent­schei­dung nicht an.

Ober­lan­des­ge­richt Dres­den, Urteil vom 19. Juni 2014 – 10 U 572/​13