Die Alt­las­ten-Unter­su­chung eines Grund­stücks

Ist einem Grund­stücks­ei­gen­tü­mer der Ver­dacht einer Belas­tung mit Alt­las­ten des Grund­stücks bekannt gewor­den, hat er gegen den vor­he­ri­gen Eigen­tü­mer einen Aus­gleichs­an­spruchs auf Ersatz von Kos­ten, die ihm im Rah­men einer Alt­las­ten-Unter­su­chung des Grund­stücks ent­stan­den sind. Außer­dem sind ihm wei­te­re Kos­ten zu erstat­ten, die im Zusam­men­hang mit der der Sanie­rung des Grund­stü­ckes nach dem Bun­des­bo­den­schutz­ge­setz zukünf­tig ent­ste­hen.

Die Alt­las­ten-Unter­su­chung eines Grund­stücks

So hat das Land­ge­richt Tübin­gen in dem hier vor­lie­gen­den Fall eines Grund­stücks der Deut­schen Post AG ent­schie­den, die Kla­ge gegen die Stadt Reut­lin­gen erho­ben hat. Im Wege eines Aus­gleichs­an­spruchs gem. § 24 Abs. 2 BBo­dSchG ver­langt die Deut­sche Post AG den Ersatz von Kos­ten, die ihr im Rah­men einer Alt­las­ten-Unter­su­chung ihres Grund­stücks Unter den Lin­den 17 in Reut­lin­gen ent­stan­den sind. Die Stadt Reut­lin­gen hat­te auf dem Grund­stück bis 1910 ein Gas­werk betrie­ben und das Gelän­de danach u.a. als Bau­hof genutzt. 1963 ver­kauf­te sie es an die BRD /​Bun­des­post. Als deren Rechts­nach­fol­ge­rin – die Deut­sche Post AG – 2006 Ver­kaufs­ver­hand­lun­gen mit einem Inves­tor führ­te, kam der Alt­las­ten­ver­dacht auf. Die Deut­sche Post AG ließ hier­auf das Grund­stück unter­su­chen. Dabei sind ihr bis­lang Kos­ten in Höhe von über 130.000 € ent­stan­den. Die Unter­su­chun­gen erga­ben auf Gas­werks­teer zurück­zu­füh­ren­de Kon­ta­mi­na­tio­nen und eine Kraft­stoff­kon­ta­mi­na­ti­on.

Nun hat das Land­ge­richt Tübin­gen der Kla­ge statt­ge­ge­ben. Die Stadt Reut­lin­gen wur­de zur Zah­lung von 132.247,07 € ver­ur­teilt. Wei­ter hat das Land­ge­richt fest­ge­stellt, dass die Stadt Reut­lin­gen der Deut­schen Post AG auch alle wei­te­ren Kos­ten zu erstat­ten hat, die die­ser im Zusam­men­hang mit der der Sanie­rung des Grund­stü­ckes nach dem Bun­des­bo­den­schutz­ge­setz zukünf­tig ent­ste­hen.

Land­ge­richt Tübin­gen, Urteil vom 4. Mai 2012 – 3 O 276/​12