Die arg­lis­ti­ge Täu­schung des Mak­lers

Beschränkt sich die Tätig­keit eines Grund­stück­mak­lers auf das Anbie­ten rei­ner Mak­ler­diens­te ohne Ein­bin­dung in die Erfül­lung von Haupt- oder Neben­pflich­ten des Ver­kaufs­in­ter­es­sen­ten, kommt eine Zurech­nung sei­nes Ver­hal­tens nach § 278 BGB sowie sei­ner Kennt­nis nach § 166 Abs. 1 BGB ana­log auch dann nicht in Betracht, wenn der Mak­ler den Kauf­in­ter­es­sen­ten arg­lis­tig täuscht.

Die arg­lis­ti­ge Täu­schung des Mak­lers

Ist dage­gen einem Grund­stücks­mak­ler von dem spä­te­ren Ver­käu­fer die Füh­rung der wesent­li­chen Ver­trags­ver­hand­lun­gen über­las­sen wor­den, so ist er von ihm im Regel­fall zur Erfül­lung der vor­ver­trag­li­chen Sorg­falts­pflich­ten her­an­ge­zo­gen wor­den; dies recht­fer­tigt die Zurech­nung einer arg­lis­ti­gen Täu­schung gemäß § 278 BGB, § 166 Abs. 1 BGB ana­log [1].

Kennt­nis und schuld­haf­te Unkennt­nis des Käu­fers von einem Sach­man­gel fin­den auf Scha­dens­er­satz­an­sprü­che wegen Gewähr­leis­tung nur nach Maß­ga­be des § 442 Abs. 1 BGB Berück­sich­ti­gung; für eine Her­an­zie­hung des § 254 Abs. 1 BGB ist dane­ben kein Raum [2].

Ober­lan­des­ge­richt Stutt­gart, Beschluss vom 24. Janu­ar 2011 – 13 U 148/​10

  1. vgl. BGH NJW 1996, 451[]
  2. vgl. BGH NJW 1978, 2240[]