Die auf dem Fried­hof ent­deck­ten Gold­mün­zen – und kein Finderlohn

Bei Mün­zen und Geld, das gezielt auf einem Fried­hof ver­steckt wor­den ist und ent­deckt wur­de, liegt kein Fund oder Schatz­fund vor.

Die auf dem Fried­hof ent­deck­ten Gold­mün­zen – und kein Finderlohn

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ober­lan­des­ge­richt Olden­burg in dem hier vor­lie­gen­den Fall für eine Kla­ge auf Her­aus­ga­be von gefun­de­nen Gold­mün­zen kei­ne Pro­zess­kos­ten­hil­fe gewährt. Wie zuvor das Land­ge­richt, sah das Ober­lan­des­ge­richt Olden­burg kei­ne Erfolgs­aus­sich­ten für die Kla­ge. Im Som­mer 2016 war ein Gar­ten­bau­un­ter­neh­men damit beauf­tragt, auf dem Fried­hof der katho­li­schen Kir­chen­ge­mein­de St. Catha­ri­na in Din­kla­ge Gebüsch zwi­schen dem Fried­hofs­zaun und der dane­ben gele­ge­nen Grab­rei­he zu besei­ti­gen. Ein Mit­ar­bei­ter ent­deck­te wäh­rend der Rodungs­ar­bei­ten ein Mit­ar­bei­ter zwei Plas­tik­be­häl­ter, die mit Gold­mün­zen und Bar­geld gefüllt waren. Dar­auf­hin ver­stän­dig­te er unver­züg­lich die Poli­zei, die in dem Bereich zwei wei­te­re Plas­tik­be­hält­nis­se mit Gold­mün­zen ent­deck­te. Am Fol­ge­tag durch­such­te der Mit­ar­bei­ter gemein­sam mit wei­te­ren Per­so­nen die zwi­schen­zeit­lich auf das Gelän­de des Gar­ten­bau­be­triebs ver­brach­ten Grün­ab­fäl­le. Dabei wur­den drei wei­te­re mit Gold­mün­zen befüll­te Kunst­stoff­bo­xen auf­ge­fun­den. In den Boxen waren ins­ge­samt 450 Gold­mün­zen ver­schie­de­ner Prä­gun­gen, deren Wert 2016 bei mehr als 500.000,00 € lag.

Bis heu­te ist die Her­kunft der Wert­sa­chen, die sich in amt­li­cher Ver­wah­rung der Stadt Din­kla­ge befin­den, unge­klärt. Der Mit­ar­bei­ter des Gar­ten­bau­un­ter­neh­mens bean­sprucht nun von der Stadt Din­kla­ge deren Her­aus­ga­be und begehr­te Pro­zess­kos­ten­hil­fe für eine ent­spre­chen­de Kla­ge. Denn nach § 973 BGB wird ein Fin­der Eigen­tü­mer einer ver­lo­re­nen Sache, wenn sich nicht bin­nen sechs Mona­ten der wah­re Eigen­tü­mer oder sonst Emp­fangs­be­rech­tig­te mel­det. Dem Fin­der eines Schat­zes steht nach § 984 BGB jeden­falls die Hälf­te des Schat­zes zu. Nach­dem das Land­ge­richt die Pro­zess­kos­ten­hil­fe ver­wei­gert hat­te, ver­folg­te der Fin­der sein Ziel vor dem Ober­lan­des­ge­richt Olden­burg weiter.

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In sei­ner Ent­schei­dungs­be­grün­dung hat das Ober­lan­des­ge­richt Olden­burg erklärt, dass weder ein Fund noch ein Schatz­fund vor­lie­ge. Das Fund­recht zie­le auf die Rück­füh­rung ver­lo­ren gegan­ge­ner Sachen an den Berech­tig­ten. Hier aber sei­en die Mün­zen und das Geld gezielt auf dem Fried­hof ver­steckt wor­den. Um einen Schatz han­de­le es sich nur dann, wenn die Sache bereits lan­ge Zeit ver­bor­gen gewe­sen sei. Hier aber sei­en die Wert­sa­chen erst vor kur­zem auf dem Fried­hof ver­steckt wor­den. Das jüngs­te Prä­ge­da­tum der Gold­mün­zen stamm­te näm­lich aus dem Jah­re 2016. So habe der Mann nach Auf­fas­sung des Ober­lan­des­ge­richts Olden­burg auch kei­nen Anspruch auf Fin­der­lohn, weil es sich eben nicht um eine ver­lo­re­ne und von ihm wie­der­ge­fun­de­ne Sache handele.

Die Geset­zes­la­ge sei inso­weit klar. Nach Mei­nung des Ober­lan­des­ge­richts Olden­burg habe der Gesetz­ge­ber – so erge­be es sich auch aus den Geset­zes­be­grün­dun­gen – nur die Fäl­le regeln wol­len, in denen Sachen ver­lo­ren gegan­gen oder der Eigen­tü­mer infol­ge lan­gen Zeit­ab­laufs nicht mehr ermit­telt wer­den kön­ne. Bei­des sei hier nicht feststellbar.

Aus die­sen Grün­den habe die Kla­ge kei­ne Erfolgs­aus­sich­ten und die Pro­zess­kos­ten­hil­fe sei abzulehnen.

Ober­lan­des­ge­richt Olden­burg, Beschluss vom 7. Okto­ber 2020 – 1 W 17/​20

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