Die aus­ste­hen­de Ein­tra­gungs­be­wil­li­gung – und die Zwi­schen­ver­fü­gung des Grundbuchamts

Nach der stän­di­gen Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs bezieht sich § 18 Abs. 1 Satz 1 GBO nur auf die Besei­ti­gung eines der Ein­tra­gung ent­ge­gen­ste­hen­den Hin­der­nis­ses und ist nicht anwend­bar, wenn der Man­gel des Antrags nicht mit rück­wir­ken­der Kraft geheilt wer­den kann.

Die aus­ste­hen­de Ein­tra­gungs­be­wil­li­gung – und die Zwi­schen­ver­fü­gung des Grundbuchamts

Vor die­sem Hin­ter­grund kann dem Antrag­stel­ler mit einer Zwi­schen­ver­fü­gung nach § 18 GBO nicht auf­ge­ge­ben wer­den, eine erst noch zu erklä­ren­de Ein­tra­gungs­be­wil­li­gung eines unmit­tel­bar betrof­fe­nen Drit­ten bei­zu­brin­gen [1].

Danach lag in dem hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall eine unzu­läs­si­ge Zwi­schen­ver­fü­gung vor. Nach der Auf­fas­sung des Grund­buch­amts, auf deren Grund­la­ge die Zuläs­sig­keit der Zwi­schen­ver­fü­gung zu beur­tei­len ist [2], erfor­dert die Umset­zung des Ein­tra­gungs­er­su­chens die Löschungs­be­wil­li­gung der Erben der Real­last­be­rech­tig­ten. Von sei­nem Stand­punkt aus hät­te des­halb das Grund­buch­amt kei­ne Zwi­schen­ver­fü­gung erlas­sen dür­fen, son­dern hät­te den Löschungs­an­trag der Betei­lig­ten zurück­wei­sen müssen.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 1. Okto­ber 2020 – V ZB 51/​20

  1. BGH, Beschluss vom 26.06.2014 – V ZB 1/​12, FGPrax 2014, 192 Rn. 6; Beschluss vom 13.10.2016 – V ZB 98/​15, FGPrax 2017, 54 Rn. 5 f. jeweils mwN[]
  2. BGH, Beschluss vom 26.06.2014 – V ZB 1/​12, FGPrax 2014, 192 Rn. 8[]

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