Die beschränk­te Revi­si­ons­zu­las­sung – und die Annexan­trä­ge

Hat das Beru­fungs­ge­richt die Revi­si­on des Beklag­ten in sei­nem Ent­schei­dungs­satz ledig­lich auf sei­nen Ver­bots­te­nor beschränkt, ist die­se Beschrän­kung im Hin­blick auf die eben­falls zuer­kann­ten Annexan­trä­ge auf Aus­kunfts­er­tei­lung und Rech­nungs­le­gung sowie Fest­stel­lung der Scha­dens­er­satz­pflicht unwirk­sam.

Die beschränk­te Revi­si­ons­zu­las­sung – und die Annexan­trä­ge

Eine Beschrän­kung der Revi­si­ons­zu­las­sung ist nur wirk­sam, wenn die Zulas­sung sich auf einen tat­säch­lich und recht­lich selb­stän­di­gen Teil des Gesamt­streit­stoffs bezieht und auch im Fal­le der Zurück­ver­wei­sung kein Wider­spruch zum nicht anfecht­ba­ren Teil des Streit­stoffs auf­tre­ten kann 1.

Die­se Vor­aus­set­zun­gen lie­gen im hier beschrie­be­nen Streit­fall nicht vor. Die vom Beru­fungs­ge­richt vor­ge­nom­me­ne Beschrän­kung der Zulas­sung der Revi­si­on begrün­det die Gefahr wider­sprüch­li­cher Ent­schei­dun­gen. Der Unter­las­sungs­an­trag und die auf die­sen Antrag bezo­ge­nen Anträ­ge auf Aus­kunfts­er­tei­lung, Rech­nungs­le­gung und Fest­stel­lung der Scha­dens­er­satz­pflicht set­zen jeweils vor­aus, dass das Urhe­ber­recht der Klä­ge­rin durch das Bereit­hal­ten von Pro­gramm­ko­pi­en zum Down­load ver­letzt wird. Dies wie­der­um ist davon abhän­gig, ob die­ses Ver­hal­ten die Vor­aus­set­zun­gen einer öffent­li­chen Wie­der­ga­be im Sin­ne von § 69c Nr. 4 UrhG erfüllt.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 28. März 2019 – I ZR 132/​17

  1. BGH, Beschluss vom 10.04.2018 – VIII ZR 247/​17, WRP 2018, 710 Rn. 21; Urteil vom 26.07.2018 – I ZR 226/​14, GRUR 2018, 1246 Rn. 17 = WRP 2019, 82 Kraft­fahr­zeug­fel­gen II, jeweils mwN[]