Die betrags­mä­ßig unbe­grenz­te Kau­ti­on zur Abwen­dung der frist­lo­sen Kün­di­gung

Eine Bürg­schaft für Miet­zah­lun­gen, die zur Abwen­dung einer Kün­di­gung wegen Miet­rück­stän­den abge­ge­ben wird, darf der Höhe nach unbe­grenzt sein.

Die betrags­mä­ßig unbe­grenz­te Kau­ti­on zur Abwen­dung der frist­lo­sen Kün­di­gung

In einem jetzt vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall nimmt der Klä­ger die Beklag­te aus einer Bürg­schaft in Anspruch. Der Bru­der der Beklag­ten hat­te vom Klä­ger eine Woh­nung in Mann­heim gemie­tet. Die Mie­te belief sich auf monat­lich 350 € sowie 95 € Neben­kos­ten. Nach­dem der Bru­der der Beklag­ten die Mie­ten für Juli und August 2007 nicht gezahlt hat­te, droh­te ihm die Kün­di­gung des Miet­ver­hält­nis­ses. Auf Bit­ten der Beklag­ten war der Klä­ger bereit, von der Kün­di­gung Abstand zu neh­men und die Rück­stän­de dem Kau­ti­ons­spar­buch zu ent­neh­men, falls ihm eine ande­re Sicher­heit gestellt wür­de. Die Beklag­te unter­zeich­ne­te dar­auf­hin eine Bürg­schafts­er­klä­rung, mit der sie sich für die Miet­zah­lun­gen ihres Bru­ders gegen­über dem Klä­ger ver­bürg­te.

In der Fol­ge­zeit blieb der Bru­der der Beklag­ten die Mie­ten für die Mona­te Okto­ber bis Novem­ber 2007 sowie ab Okto­ber 2008 schul­dig. Er wur­de – nach der frist­lo­sen Kün­di­gung des Miet­ver­hält­nis­ses durch den Klä­ger – zur Räu­mung und zur Zah­lung rück­stän­di­ger Mie­te und Neben­kos­ten in Höhe von 6.499,82 € nebst Zin­sen ver­ur­teilt. Der Klä­ger ver­langt von der Beklag­ten auf­grund der Bürg­schaft die Zah­lung die­ser Sum­me und zusätz­lich die dar­in nicht ent­hal­te­nen Mie­ten für die Mona­te August und Sep­tem­ber 2009.

Das Land­ge­richt Mann­heim hat der Kla­ge erst­in­stanz­lich statt­ge­ge­ben 1. Das Ober­lan­des­ge­richt Karls­ru­he hat die Beru­fung der Beklag­ten, die nur zur Zah­lung von drei Monats­mie­ten in Höhe von ins­ge­samt 1.050 € bereit war, zurück­ge­wie­sen 2. Und auch die vom Ober­lan­des­ge­richt Karls­ru­he zuge­las­se­ne Revi­si­on der Beklag­ten hat­te jetzt vor dem Bun­des­ge­richts­hof kei­nen Erfolg.

Der Bun­des­ge­richts­hof befand, dass die Vor­schrift des § 551 Abs. 1 und 4 BGB, die die Höhe einer Miet­si­cher­heit auf drei Monats­mie­ten begrenzt, kei­ne Anwen­dung auf eine Sicher­heit fin­det, die dem Ver­mie­ter von einem Drit­ten gewährt wird, um die dem Mie­ter dro­hen­de Kün­di­gung wegen Zah­lungs­ver­zugs abzu­wen­den. Wäre es in einem sol­chen Fall ver­bo­ten, eine drei Monats­mie­ten über­stei­gen­de Sicher­heit zu ver­ein­ba­ren, könn­te der Ver­mie­ter kei­ne zusätz­li­che Sicher­heit erhal­ten und wür­de sich daher zu einer frist­lo­sen Kün­di­gung des Miet­ver­hält­nis­ses wegen des ein­ge­tre­te­nen Zah­lungs­ver­zugs ver­an­lasst sehen. Damit wür­de die Begren­zung der Miet­si­cher­heit, die eigent­lich dem Schutz des Mie­ters die­nen soll, die Been­di­gung des Miet­ver­hält­nis­ses her­bei­füh­ren und sich zum Nach­teil des Mie­ters aus­wir­ken.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 10. April 2013 VIII ZR 379/​12

  1. LG Mann­heim, Urteil vom 23.09.2011 – 8 O 105/​10[]
  2. OLG Karls­ru­he, Urteil vom 04.04.2012 – 15 U 138/​11[]

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