Die Beweis­kraft einer Pri­vat­ur­kun­de – und der Streit um ihre Echtheit

Den „vol­len Beweis“ gemäß § 416 ZPO für die Abga­be der in der Urkun­de ent­hal­te­nen Erklä­rung begrün­det nur die ech­te Urkunde.

Die Beweis­kraft einer Pri­vat­ur­kun­de – und der Streit um ihre Echtheit

Steht jedoch wie hier die Echt­heit der Urkun­de im Streit, greift ledig­lich die Ver­mu­tung des § 440 Abs. 2 ZPO ein.

Die­se Ver­mu­tung führt dazu, dass die Klä­ge­rin in die­sem Punkt hin­sicht­lich der von der Beklag­ten vor­ge­leg­ten Urkun­de (hier: Quit­tung) beweis­pflich­tig ist, nicht aber, dass die Echt­heit der Urkun­de und damit der dar­in ent­hal­te­nen Erklä­rung fest­steht und des­we­gen ein Beweis­an­ge­bot abge­lehnt wer­den dürfte.

Somit kann die Klä­ge­rin nicht nur äuße­re Män­gel der Urkun­de im Sin­ne von § 419 ZPO anfüh­ren, son­dern auch den Beweis der Fäl­schung antreten.

Indem das Beru­fungs­ge­richt dem Beweis­an­ge­bot der Klä­ge­rin nicht nach­ge­gan­gen ist, hat es die Klä­ge­rin in ihrem Anspruch auf Gewäh­rung recht­li­chen Gehörs (Art. 103 Abs. 1 GG) ver­letzt1.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 27. Juli 2016 – XII ZR 125/​14

  1. vgl. BGH Beschluss vom 27.10.2015 – VI ZR 355/​14 NJW 2016, 641 Rn. 6 mwN[]

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