Die bren­nen­de Gar­ten­lau­be im Schre­ber­gar­ten

Wenn ein Brand auf einer Par­zel­le einer Klein­gar­ten­an­la­ge aus­ge­bro­chen ist und durch unzu­läs­si­ge Anbau­ten auf die Nach­bar­par­zel­le über­grei­fen konn­te, kann der Päch­ter der Par­zel­le für den Scha­dens­er­satz her­an­ge­zo­gen wer­den.

Die bren­nen­de Gar­ten­lau­be im Schre­ber­gar­ten

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ober­lan­des­ge­richt Hamm in dem hier vor­lie­gen­den Fall die Beru­fung zurück­ge­wie­sen und damit gleich­zei­tig das Urteil des Land­ge­richts Müns­ter [1] bestä­tigt. Im Novem­ber 2015 sind in einer Klein­gar­ten­an­la­ge in Müns­ter zwei benach­bar­te Lau­ben abge­brannt. Der Beklag­te war Päch­ter einer Par­zel­le, auf der sich eine der bei­den Lau­ben befand. Er wird von der kla­gen­den Gebäu­de- und Haus­rat­ver­si­che­rung der Klein­gar­ten­an­la­ge auf Scha­dens­er­satz von etwa 15.000,00 Euro – in ent­spre­chen­der Höhe hat­te die Ver­si­che­rung Zah­lun­gen u. a. an den Nach­barn des Beklag­ten geleis­tet – mit Blick auf die benach­bar­te Par­zel­le in Anspruch genom­men. Sie hat behaup­tet, der Brand sei von der Par­zel­le des Beklag­ten aus­ge­gan­gen. Ins­be­son­de­re habe nur des­halb der Brand von einer Par­zel­le auf die ande­re über­grei­fen kön­nen, weil der Beklag­te sein Gar­ten­haus zu groß und bis an die Gren­ze zu der Nach­bar­par­zel­le errich­tet habe.

Das Land­ge­richt Müns­ter hat der kla­gen­den Ver­si­che­rung den gel­tend gemach­ten Scha­dens­er­satz­an­spruch zuge­spro­chen [1]. Der Beklag­te habe – nach den Grund­sät­zen des nach­bar­recht­li­chen Aus­gleichs­an­spruchs ent­spre­chend § 906 Abs. 2 BGB – für die aus dem Brand ent­stan­de­nen Schä­den an dem Gar­ten­haus auf der benach­bar­ten Par­zel­le ein­zu­ste­hen. Es sei nahe­lie­gend, dass der von dem Beklag­ten auf sei­ner Par­zel­le betrie­be­ne Sau­nao­fen, den er aus Russ­land impor­tiert habe, den Brand ver­ur­sacht habe. Gegen die­ses Urteil hat sich der Beklag­te mit der Beru­fung gewehrt.

In sei­ner Urteils­be­grün­dung hat das Ober­lan­des­ge­richt Hamm aus­ge­führt, dass nach Hin­zu­zie­hung eines Sach­ver­stän­di­gen der Sau­nao­fen als Brand­ur­sa­che aus­schied. Außer­dem konn­te nicht fest­ge­stellt wer­den, dass ein tech­ni­scher Defekt den Brand aus­ge­löst hat­te.

Nach Auf­fas­sung des Ober­lan­des­ge­richts Hamm war aller­dings die Beru­fung des­halb zurück­zu­wei­sen, weil das Brand­ereig­nis auf der Par­zel­le des Beklag­ten ent­stan­den ist und die­ser sei­ne Lau­be unzu­läs­sig mit Anbau­ten ver­se­hen hat­te, über die sich der Brand bis zur benach­bar­ten und schließ­lich durch den Brand zer­stör­ten Gar­ten­lau­be hat aus­brei­ten kön­nen. Hier­nach konn­te das Ober­lan­des­ge­richt offen­las­sen, wel­che kon­kre­te Ursa­che für den Brand ver­ant­wort­lich gewe­sen ist.

Ober­lan­des­ge­richts Hamm, Urteil vom 21. März 2019 – 24 U 111/​18

  1. LG Müns­ter, Urteil vom 26.07.2018 – 8 O 231/​17[][]