Die in der Beru­fungs­er­wi­de­rung aus­ge­spro­che­ne wei­te­re Kün­di­gung

Zur Ein­füh­rung des neu­en Streit­ge­gen­stands in Gestalt der in der Beru­fungs­er­wi­de­rung erklär­ten wei­te­ren Kün­di­gung des Woh­nungs­miet­ver­hält­nis­ses muss sich die Ver­mie­te­rin der Beru­fung der Gegen­sei­te gemäß § 524 ZPO anschlie­ßen 1.

Die in der Beru­fungs­er­wi­de­rung aus­ge­spro­che­ne wei­te­re Kün­di­gung

Dabei ist es unschäd­lich, dass die Ver­mie­te­rin, als sie sich in ihrer Beru­fungs­er­wi­de­rung auf die in die­sem Schrift­satz aus­ge­spro­che­ne wei­te­re Kün­di­gung gestützt hat, die­ses Vor­ge­hen nicht als Anschluss­be­ru­fung bezeich­net hat. Für die Ein­le­gung eines Anschluss­rechts­mit­tels ist kei­ne dahin­ge­hen­de aus­drück­li­che Erklä­rung erfor­der­lich. Es genügt viel­mehr jede Erklä­rung, die sich ihrem Sinn nach als Begeh­ren auf Abän­de­rung des Urteils ers­ter Instanz dar­stellt. Dem­entspre­chend kann der Anschluss an das Rechts­mit­tel der Gegen­sei­te auch kon­klu­dent in der Wei­se erfol­gen, dass der Ver­mie­ter wie im Streit­fall sein im Übri­gen unver­än­der­tes Kla­ge­be­geh­ren auf einen wei­te­ren Kla­ge­grund stützt 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 10. April 2019 – VIII ZR 12/​18

  1. vgl. BGH, Urteil vom 04.02.2015 – VIII ZR 175/​14, aaO Rn. 15 mwN[]
  2. vgl. BGH, Urteil vom 04.02.2015 – VIII ZR 175/​14, aaO Rn. 16 mwN[]