Die Ein­zel­an­wei­sung des Rechts­an­walts – und die Wie­der­ein­set­zung

Der Grund­satz, dass es nach Ertei­lung einer Ein­zel­an­wei­sung des Rechts­an­walts an sei­ne Ange­stell­te, deren Befol­gung eine ver­säum­te Frist gewahrt hät­te, auf Vor­trag zu den all­ge­mei­nen orga­ni­sa­to­ri­schen Vor­keh­run­gen in einer Rechts­an­walts­kanz­lei nicht ankommt 1, gilt nur so lan­ge, wie der Rechts­an­walt auf die Aus­füh­rung der Wei­sung ver­trau­en darf.

Die Ein­zel­an­wei­sung des Rechts­an­walts – und die Wie­der­ein­set­zung

Die Pro­zess­be­voll­mäch­tig­te des Beklag­ten durf­te daher im hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall nicht mehr auf die Aus­füh­rung ihrer Anwei­sung ver­trau­en, die bereits unter­zeich­ne­te Beru­fung sogleich zu ver­sen­den, nach­dem ihr das­sel­be Schrift­stück (zusätz­lich zu der beglau­big­ten Abschrift) erneut zur Unter­schrift vor­ge­legt wur­de. Die­se Vor­la­ge gab Anlass zu der Annah­me, dass die Anwei­sung nicht befolgt wor­den war und mach­te es des­halb erfor­der­lich, deren Erle­di­gung zu über­prü­fen.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 17. Dezem­ber 2015 – V ZB 161/​14

  1. BGH, Beschluss vom 11.02.1998 – XII ZB 184/​97, NJW-RR 1998, 787; Beschluss vom 18.03.1998 – XII ZB 180/​96, NJW-RR 1998, 1360; Beschluss vom 06.07.2000 – VII ZB 4/​00, NJW 2000, 2823; Beschluss vom 02.07.2001 – II ZB 28/​00, NJW-RR 2002, 60; Beschluss vom 09.12 2009 – XII ZB 154/​09, VersR 2011, 89[]