Die vom ori­gi­nä­ren Ein­zel­rich­ter zuge­las­se­ne Rechts­be­schwer­de

Ent­schei­det der ori­gi­nä­re Ein­zel­rich­ter (§ 568 Satz 1 ZPO) – wie hier (§ 104 Abs. 3 Satz 1 ZPO, § 21 Nr. 1, § 11 Abs. 1 RPflG, § 568 Satz 1 Fall 2 ZPO) – in einer Sache, der er rechts­grund­sätz­li­che Bedeu­tung bei­misst, über die Beschwer­de und lässt er die Rechts­be­schwer­de zu, so ist die Zulas­sung wirk­sam.

Die vom ori­gi­nä­ren Ein­zel­rich­ter zuge­las­se­ne Rechts­be­schwer­de

Auf die Rechts­be­schwer­de unter­liegt die Ent­schei­dung jedoch wegen der feh­ler­haf­ten Beset­zung des Beschwer­de­ge­richts der Auf­he­bung von Amts wegen, weil der Ein­zel­rich­ter über die Zulas­sung der Rechts­be­schwer­de wegen grund­sätz­li­cher Bedeu­tung (§ 574 Abs. 2 Nr. 1 ZPO) nicht selbst ent­schei­den durf­te, son­dern das Ver­fah­ren gemäß § 568 Satz 2 Nr. 2 ZPO der mit drei Rich­tern besetz­ten Kam­mer hät­te über­tra­gen müs­sen.

Dem ori­gi­nä­ren Ein­zel­rich­ter ist die Ent­schei­dung von Rechts­sa­chen grund­sätz­li­cher Bedeu­tung schlecht­hin ver­sagt.

Bejaht er mit der Zulas­sungs­ent­schei­dung zugleich die grund­sätz­li­che Bedeu­tung der Rechts­sa­che, ist sei­ne Ent­schei­dung objek­tiv will­kür­lich und ver­stößt gegen das Ver­fas­sungs­ge­bot des gesetz­li­chen Rich­ters nach Art. 101 Abs. 1 Satz 2 GG1.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 18. Mai 2017 – IX ZB 79/​16

  1. BGH, Beschluss vom 22.09.2016 – IX ZB 82/​15, Ins­bü­rO 2017, 29, stän­dig