Die Ent­schei­dung des ori­gi­nä­ren Ein­zel­rich­ters – und die rechts­grund­sätz­li­che Bedeutung

Ent­schei­det der ori­gi­nä­re Ein­zel­rich­ter in einer Sache, der er rechts­grund­sätz­li­che Bedeu­tung bei­misst, über die Beschwer­de und lässt er die Rechts­be­schwer­de zu, so ist die Zulas­sung wirksam.

Die Ent­schei­dung des ori­gi­nä­ren Ein­zel­rich­ters – und die rechts­grund­sätz­li­che Bedeutung

Auf die Rechts­be­schwer­de unter­liegt die Ent­schei­dung jedoch wegen der feh­ler­haf­ten Beset­zung des Beschwer­de­ge­richts der Auf­he­bung von Amts wegen, weil der Ein­zel­rich­ter über die Zulas­sung der Rechts­be­schwer­de wegen grund­sätz­li­cher Bedeu­tung (§ 574 Abs. 2 Nr. 1 ZPO) nicht selbst ent­schei­den durf­te, son­dern das Ver­fah­ren gemäß § 568 Satz 2 Nr. 2 ZPO der mit drei Rich­tern besetz­ten Kam­mer hät­te über­tra­gen müssen.

Dem ori­gi­nä­ren Ein­zel­rich­ter nach § 568 ZPO ist die Ent­schei­dung von Rechts­sa­chen grund­sätz­li­cher Bedeu­tung schlecht­hin ver­sagt [1]. Bejaht er mit der Zulas­sungs­ent­schei­dung zugleich die grund­sätz­li­che Bedeu­tung der Rechts­sa­che, ist sei­ne Ent­schei­dung objek­tiv will­kür­lich und ver­stößt gegen das Ver­fas­sungs­ge­bot des gesetz­li­chen Rich­ters nach Art. 101 Abs. 1 Satz 2 GG [2].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 22. Sep­tem­ber 2016 – IX ZB 82/​15

  1. BGH, Beschluss vom 16.05.2012 – I ZB 65/​11, NJW 2012, 3518 Rn. 4 mwN[]
  2. BGH, Beschluss vom 13.03.2003 – IX ZB 134/​02, BGHZ 154, 200, 201 ff; vom 28.06.2012 – IX ZB 298/​11, ZIn­sO 2012, 1439 Rn. 3; vom 20.11.2014 – IX ZB 56/​13, ZIn­sO 2015, 108 Rn. 4; vom 16.04.2015 – IX ZB 93/​12, ZIn­sO 2015, 1103 Rn. 4[]

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