Die Erben­ge­mein­schaft als Ver­mie­ter – und die Schrift­form

Zur Wah­rung des Schrift­form­erfor­der­nis­ses des § 550 BGB genügt es, wenn die ver­mie­ten­den (Mit)Erben aus der Ver­trags­ur­kun­de "bestimm­bar" sind 1.

Die Erben­ge­mein­schaft als Ver­mie­ter – und die Schrift­form

Aus­rei­chend ist damit ins­be­son­de­re, wenn im Miet­ver­trag die Erb­las­se­rin als die frü­he­re Grund­stücks­ei­gen­tü­me­rin nament­lich bezeich­net ist, so dass die Mit­glie­der der Erben­ge­mein­schaft nach ihr anhand der Ver­trags­ur­kun­de und des Grund­bu­ches ohne wei­te­res ermit­telt wer­den kön­nen 2.

Dabei ist es auch unschäd­lich, dass nicht noch zusätz­lich die frü­he­re Anschrift der Erb­las­se­rin ange­ge­ben war, denn die­se Anga­be ist nicht erfor­der­lich, um durch Grund­buch­ein­sicht die Mit­glie­der der Erben­ge­mein­schaft nach der Erb­las­se­rin und somit die Ver­mie­ter zu iden­ti­fi­zie­ren.

Der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs ist nicht zu ent­neh­men, dass es bei ein­deu­ti­ger Bezeich­nung des Erb­las­sers in der Miet­ver­trags­ur­kun­de der Nen­nung wei­te­rer Ein­zel­hei­ten bedarf. Der Bun­des­ge­richts­hof hat viel­mehr nur die mehr­deu­ti­ge Anga­be "Erben­ge­mein­schaft – X [= Name]" nicht aus­rei­chen las­sen, weil dann unklar ist, ob die Erben nach dem Erb­las­ser die­sen Namens gemeint sind oder Erben mit die­sem Namen 3. Im vor­lie­gen­den Fall ist aber durch die Bezeich­nung "Erben­ge­mein­schaft nach M" die Erb­las­se­rin ein­deu­tig bezeich­net wor­den.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 17. März 2015 – VIII ZR 298/​14

  1. BGH, Urteil vom 11.09.2002 – XII ZR 187/​00, NJW 2002[]
  2. vgl. BGH, Urteil vom 11.09.2002 – XII ZR 187/​00, aaO unter – II 5, 2[]
  3. BGH, Urteil vom 11.09.2002 – XII ZR 187/​00, aaO[]