Die erst­in­stanz­li­che Über­ra­schungs­ent­schei­dung

Der Rechts­staats­grund­satz ver­langt es, für jede "neue und eigen­stän­di­ge Ver­let­zung" des Art. 103 Abs. 1 GG durch eine gericht­li­che Ent­schei­dung die ein­ma­li­ge Mög­lich­keit gericht­li­cher Kon­trol­le zu gewäh­ren 1.

Die erst­in­stanz­li­che Über­ra­schungs­ent­schei­dung

Wird im Zivil­pro­zess die erst­ma­li­ge Ver­let­zung des Art. 103 Abs. 1 GG durch das Ein­gangs­ge­richt gerügt, so ist der danach erfor­der­li­che Rechts­be­helf mit der Beru­fung gemäß § 520 ZPO gege­ben und nach den hier­für maß­geb­li­chen Bestim­mun­gen durch­zu­füh­ren.

Ein zusätz­li­cher Rechts­be­helf im Wege der Rechts­be­schwer­de ist danach nur erfor­der­lich, wenn eine neue und eigen­stän­di­ge Ver­let­zung durch das Beru­fungs­ge­richt gerügt wer­den könn­te; dies ist aber im Hin­blick auf die ord­nungs­ge­mä­ße Anwen­dung des § 520 Abs. 3 Satz 2 Nr. 2 ZPO durch das Beru­fungs­ge­richt zu ver­nei­nen 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 22. Mai 2014 – IX ZB 46/​12

  1. vgl. BVerfGE 107, 395, 410 f[]
  2. vgl. auch BGH, Beschluss vom 06.05.2010 – IX ZB 225/​09, WM 2010, 1722; vom 19.04.2012 – IX ZB 225/​10[]