Die feh­len­de Hun­de­taug­lich­keit als Sach­man­gel eines Sofas

Ein Urteil, das so skur­ril ist, dass es wie­der berich­tens­wert ist:

Die feh­len­de Hun­de­taug­lich­keit als Sach­man­gel eines Sofas

Das Land­ge­richt Mag­de­burg muss­te sich jetzt mit fol­gen­dem Sach­ver­halt befas­sen: Der Klä­ger erwarb 2006 ein Sofa für rund 8.000 €. Er ver­langt von dem beklag­ten Möbel­haus die Rück­zah­lung des Kauf­prei­ses. Das Sofa sei man­gel­haft, da es die (Mit-) Benut­zung durch den mit­tel­gro­ßen Hund des Klä­gers nicht aus­ge­hal­ten habe, wodurch erheb­li­che Fle­cken ver­ur­sacht wur­den.

Der Klä­ger behaup­tet wei­ter, dass Möbel­haus habe sich im Jahr 2007 damit ein­ver­stan­den erklärt, dass das Sofa neu bezo­gen wer­de und falls dies nicht mög­lich sei, eine Rück­zah­lung des Kauf­prei­ses erfol­ge. Das Möbel­haus bestrei­tet die­se Ver­ein­ba­rung.

Das Land­ge­richt Mag­de­burg wies die Kla­ge des Sofa­be­sit­zers ab, da die­ser nicht nach­wei­sen konn­te, dass sich das Möbel­haus mit der Rück­zah­lung des Kauf­prei­ses ein­ver­stan­den erklärt hat­te; einen Man­gel des Sofas wegen feh­len­der Hun­de­taug­lich­keit sah das Land­ge­richt eben­falls nicht.

Neben dem Ver­lust des Sofas und des Pro­zes­ses muss­te der Klä­ger nun auch noch die Gerichts­kos­ten in Höhe von rund 830 €, die Kos­ten des geg­ne­ri­schen Anwalts von rund 1.340 €, sowie sei­ne eige­nen Anwalts­kos­ten in etwa in ver­gleich­ba­rer Höhe tra­gen.

Land­ge­richt Mag­de­burg, Urteil vom 12. April 2011 – 10 O 1907/​10