Die Fol­gen eines Foul­spiels

Ein rück­sichts­lo­ses Foul­spiel beim Fuß­ball, durch das der Gegen­spie­ler Ver­let­zun­gen erlit­ten hat, führt zur Haf­tung auf Scha­dens­er­satz und Schmer­zens­geld.

Die Fol­gen eines Foul­spiels

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ober­lan­des­ge­richt Hamm die Ver­ur­tei­lung des beklag­ten Spie­lers durch das Land­ge­richt Dort­mund zur Leis­tung umfas­sen­den Scha­dens­er­sat­zes, u.a. eines Schmer­zens­gel­des in Höhe von 50.000 €, bestä­tigt. Bei einem Meis­ter­schafts­spiel der Kreis­li­ga A 3 des Krei­ses Dort­mund war der kla­gen­de Spie­ler am 18.04.2010 vom beklag­ten Spie­ler der geg­ne­ri­schen Mann­schaft mit gestreck­tem Bein gefoult wor­den. Durch das vom Schieds­rich­ter mit der gel­ben Kar­te geahn­de­te Foul zog sich der Klä­ger eine schwe­re Knie­ver­let­zung zu, in deren Fol­ge er sei­nen Beruf als Maler und Lackie­rer bis heu­te nicht mehr aus­üben kann. Für die nach sei­ner Dar­stel­lung durch eine grob regel­wid­ri­ge Spiel­wei­se zuge­füg­te Ver­let­zung ver­lang­te der Klä­ger vom Beklag­ten Scha­dens­er­satz, ins­be­son­de­re Schmer­zens­geld. Der haft­pflicht­ver­si­cher­te Beklag­te hat­te sei­ne Haf­tung in Abre­de gestellt und gemeint, der Klä­ger habe sich bei einem regel­ge­rech­ten Zwei­kampf um den Ball eine unglück­li­che Ver­let­zung zuge­zo­gen.

Nach Auf­fas­sung des Ober­lan­des­ge­richts Hamm haf­te man­gels Fahr­läs­sig­keit ein Fuß­ball­spie­ler zwar nicht, wenn er sei­nen Gegen­spie­ler bei regel­ge­rech­ter und dem Fair­ness­ge­bot ent­spre­chen­der Spiel­wei­se ver­let­ze. Im vor­lie­gen­den Fall aber haf­te der Beklag­te, weil er unter Ver­stoß gegen die DFB-Fuß­ball­re­gel Nr. 12 rück­sichts­los ge-han­delt habe. Er habe den zur Ver­let­zung des Klä­gers füh­ren­den Zwei­kampf ohne jede Rück­sicht auf die Gefahr und die Fol­gen sei­nes Ein­stei­gens für den Geg­ner geführt. Hier­von sei das Land­ge­richt nach einer umfang­rei­chen Beweis­auf­nah­me zu Recht aus­ge­gan­gen.

Ober­lan­des­ge­richt Hamm, Urteil vom 22. Okto­ber 2012 – I‑6 U 241/​11