Die form­freie Meis­ter­schafts­prä­mie

Die Aus­lo­bung einer Meis­ter­schafts­prä­mie ist, wie jetzt der Bun­des­ge­richts­hof ent­schied, auch form­frei wirk­sam.

Die form­freie Meis­ter­schafts­prä­mie

Der Klä­ger des jetzt dem BGH vor­lie­gen­den Rechts­streits war Trai­ner der Rin­ger­mann­schaft eines Sport­clubs; der Beklag­te ist Vor­sit­zen­der des Auf­sichts­rats des Sport­clubs. Der Klä­ger behaup­tet, der Beklag­te habe ihm für den Fall, dass sei­ne Mann­schaft in der kom­men­den Sai­son den Titel eines Deut­schen Meis­ters errin­ge, münd­lich die Zah­lung eines Betrags von 5.000 € ver­spro­chen. Die Mann­schaft gewann den Titel.

Der Klä­ger hat den Beklag­ten auf Zah­lung von 5.000 € nebst Zin­sen in Anspruch genom­men. Das Amts­ge­richt Zos­sen hat nach Beweis­auf­nah­me der Kla­ge statt­ge­ge­ben. Das Land­ge­richt Pots­dam hat sie auf die Beru­fung des Beklag­ten mit der Begrün­dung abge­wie­sen, bei der vom Klä­ger behaup­te­ten Ver­ein­ba­rung han­de­le es sich um einen Schen­kungs­ver­trag, der man­gels nota­ri­el­ler Beur­kun­dung des Schen­kungs­ver­spre­chens unwirk­sam sei.

Auf die Revi­si­on des Klä­gers hat jetzt der BGH die Sache an das Land­ge­richt Pots­dam als Beru­fungs­ge­richt zurück­ver­wie­sen. Nach dem im Revi­si­ons­ver­fah­ren zugrun­de­zu­le­gen­den, vom Amts­ge­richt fest­ge­stell­ten Sach­ver­halt war die Zuwen­dung, so der BGH zur Begrün­dung, nicht im Sinn der Vor­schrif­ten über die Schen­kung unent­gelt­lich, weil sie als Beloh­nung für beson­de­re Bemü­hun­gen des Trai­ners erfolgt ist, die in dem Gewinn der Meis­ter­schaft sicht­bar wur­den. Mit dem Ver­spre­chen der „Meis­ter­schafts­prä­mie“ soll­te ein beson­de­rer Leis­tungs­an­reiz für den Trai­ner geschaf­fen wer­den. Der Trai­ner soll­te sich die Prä­mie „ver­die­nen“ kön­nen, indem er mit sei­ner Tätig­keit zum Meis­ter­schafts­ge­winn bei­trug. Eine der­ar­ti­ge Ver­ein­ba­rung ent­hält kein Schen­kungs­ver­spre­chen und unter­liegt damit kei­nen Form­vor­schrif­ten, son­dern kann auch münd­lich getrof­fen wer­den.

Der Bun­des­ge­richts­hof hat die Sache an das LG Pots­dam zurück­ver­wie­sen, weil die­ses prü­fen kann, ob Zwei­fel an der Rich­tig­keit der Fest­stel­lung des erst­in­stanz­lich urtei­len­den AG Zos­sen bestehen, dass der Beklag­te dem Klä­ger die Prä­mie tat­säch­lich ver­spro­chen hat.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 28. Mai 2009 – Xa ZR 9/​08