Die Fra­ge der grund­sätz­li­chen Bedeu­tung

Eine Rechts­sa­che hat grund­sätz­li­che Bedeu­tung, wenn sie eine ent­schei­dungs­er­heb­li­che, klä­rungs­be­dürf­ti­ge und klä­rungs­fä­hi­ge Rechts­fra­ge auf­wirft, die sich in einer unbe­stimm­ten Viel­zahl von Fäl­len stel­len kann und die des­halb das abs­trak­te Inter­es­se der All­ge­mein­heit an der ein­heit­li­chen Ent­wick­lung und Hand­ha­bung des Rechts berührt.

Die Fra­ge der grund­sätz­li­chen Bedeu­tung

Klä­rungs­be­dürf­tig ist eine Rechts­fra­ge dann, wenn sie zwei­fel­haft ist, also über Umfang und Bedeu­tung einer Rechts­vor­schrift Unklar­hei­ten bestehen.

Der­ar­ti­ge Unklar­hei­ten bestehen unter ande­rem dann, wenn die Rechts­fra­ge vom Bun­des­ge­richts­hof bis­her nicht ent­schie­den ist und von eini­gen Ober­lan­des­ge­rich­ten unter­schied­lich beant­wor­tet wird oder wenn in der Lite­ra­tur unter­schied­li­che Mei­nun­gen ver­tre­ten wer­den 1.

Der­ar­ti­ge Unklar­hei­ten bestehen nicht, wenn abwei­chen­de Ansich­ten in der Lite­ra­tur ver­ein­zelt geblie­ben und nicht oder nicht nach­voll­zieh­bar begrün­det sind 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 22. März 2016 – II ZR 253/​15

  1. BGH, Beschluss vom 15.09.2014 – II ZR 112/​13, ZIP 2015, 370 Rn. 3; Beschluss vom 08.02.2010 – II ZR 156/​09, ZIP 2010, 1080 Rn. 3[]
  2. BGH, Beschluss vom 08.02.2010 – II ZR 156/​09, ZIP 2010, 1080 Rn. 3[]