Die Frist, das fehl­ge­schla­ge­ne Fax und die zuver­läs­si­ge Mit­ar­bei­te­rin

Ein Rechts­an­walt darf die Über­sen­dung von frist­ge­bun­de­nen Schrift­sät­zen ein­schließ­lich der Kon­trol­le des Sen­de­be­richts und der Strei­chung der Frist im Kalen­der regel­mä­ßig einer geschul­ten und sich bis­her als zuver­läs­sig erwie­se­nen Mit­ar­bei­te­rin über­las­sen. Ihn trifft grund­sätz­lich kei­ne Ver­pflich­tung, sich anschlie­ßend zu ver­ge­wis­sern, ob die­se die Auf­ga­be wei­sungs­ge­mäß aus­ge­führt hat [1].

Die Frist, das fehl­ge­schla­ge­ne Fax und die zuver­läs­si­ge Mit­ar­bei­te­rin

Streicht er nach Unter­rich­tung über die ord­nungs­ge­mä­ße Über­mitt­lung des Schrift­sat­zes eigen­hän­dig die Frist im Kalen­der, ist ihm regel­mä­ßig nicht schon des­we­gen ein eige­nes Ver­schul­den an einer durch das Fehl­schla­gen der Fax­über­mitt­lung ver­ur­sach­ten Frist­ver­säu­mung anzu­las­ten, weil er sich zuvor nicht per­sön­lich von der Rich­tig­keit der ihm von sei­ner Mit­ar­bei­te­rin erteil­ten Aus­kunft über­zeugt hat. Die Sach­la­ge stellt sich inso­weit nicht anders dar, als wenn er die Strei­chung im Fris­ten­ka­len­der sei­ner Mit­ar­bei­te­rin über­las­sen hät­te [2].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 27. April 2010 – VIII ZB 84/​09

  1. im Anschluss an BGH, Beschluss vom 20.10.2009 – VIII ZB 97/​08[]
  2. Abgren­zung zu BGH, Beschluss vom 11.02.2009 – IV ZB 26/​08, NJW-RR 2009, 785[]