Die grund­stücks­ver­kehrs­recht­li­che Geneh­mi­gung eines Grund­stück-Kauf­ver­tra­ges

Die grund­stücks­ver­kehrs­recht­li­che Geneh­mi­gung ist zu ertei­len, wenn der Land­er­werb durch den Betrei­ber eines Was­ser­werks zum Zwe­cke des Grund­was­ser und Trink­was­ser­schut­zes erfolgt. Denn die­ser Land­er­werb ist neben dem Land­er­werb durch Voll­erwerbs­land­wir­te zum Zwe­cke des Grund­was­ser- und Trink­was­ser­schut­zes eine gleich­wer­ti­ge Maß­nah­me zur Ver­bes­se­rung der Agrar­struk­tur.

Die grund­stücks­ver­kehrs­recht­li­che Geneh­mi­gung eines Grund­stück-Kauf­ver­tra­ges

So das Ober­lan­des­ge­richt Hamm in dem hier vor­lie­gen­den Fall der Stadt­wer­ke Bor­ken, denen die nach dem GrdstVG not­wen­di­ge Geneh­mi­gung beim Erwerb der in Bor­ken gele­ge­nen land­wirt­schaft­li­chen Grund­stü­cke in der Schutz­zo­ne III a des Was­ser­schutz­ge­bie­tes „Im Trier“ von der in Müns­ter ansäs­si­gen Land­wirt­schafts­kam­mer Nord­rhein – West­fa­len ver­sagt wer­den soll­te. Die Stadt­wer­ke hat­ten im Juli 2011 über die­se Grund­stü­cke einen Kauf­ver­trag abge­schlos­sen, um die­se mit der Auf­la­ge der Rena­tu­rie­rung und Exten­si­vie­rung an einen Land­wirt zu ver­pach­ten. Die Land­wirt­schafts­kam­mer ver­wei­ger­te die Geneh­mi­gung, weil es in der Regi­on bereits eine Koope­ra­ti­on zwi­schen der Land­wirt­schaft und der Was­ser­wirt­schaft gebe und ein Land­wirt der Regi­on die ver­kauf­ten Flä­chen drin­gend zur Auf­sto­ckung sei­nes land­wirt­schaft­li­chen Betrie­bes benö­ti­ge.

Nach Auf­fas­sung des Ober­lan­des­ge­richts Hamm sei neben dem Land­er­werb durch Voll­erwerbs­land­wir­te auch der Land­er­werb durch die Stadt­wer­ke zum Zwe­cke des Grund­was­ser- und Trink­was­ser­schut­zes eine gleich­wer­ti­ge
Maß­nah­me zur Ver­bes­se­rung der Agrar­struk­tur. Die moder­ne Land­wirt­schaft habe sich an einem nach­hal­ti­gen
Umwelt- und Natur­schutz zu ori­en­tie­ren. Das ver­deut­lich­ten die nach dem Land­wirt­schafts­ge­setz zu erstat­ten­den
Agrar­be­rich­te der Bun­des­re­gie­rung. Mit dem Land­er­werb ver­folg­ten die Stadt­wer­ke ein för­de­rungs­wür­di­ges und prüf­fä­hi­ges Kon­zept, um den Ein­trag von Schad­stof­fen in das Grund­was­ser, ins­be­son­de­re die Nitrat­be­las­tung, zu ver­rin­gern. Die­ses sei – nicht allein – durch den mit den Land­wir­ten auf frei­wil­li­ger Basis abge­schlos­se­nen Koope­ra­ti­ons­ver­trag (Koope­ra­ti­ons­kon­zept 2020) zu errei­chen, son­dern bedür­fe über die Koope­ra­ti­on hin­aus wei­te­rer zusätz­li­cher Anstren­gun­gen. Als ande­re Maß­nah­me zur Ver­bes­se­rung der Agrar­struk­tur ste­he der beab­sich­tig­te Flä­chen­an­kauf durch die Stadt­wer­ke damit gleich­ran­gig neben der För­de­rung der Eigen­land­aus­stat­tung der Voll­erwerbs­land­wir­te. Des­we­gen sei die Geneh­mi­gung zu ertei­len. Der Geneh­mi­gungs­be­hör­de oblie­ge es nicht, eine Rang­fol­ge für kon­kur­rie­ren­de Agrar­struk­tur­maß­nah­men auf­zu­stel­len.

Ober­lan­des­ge­richt Hamm, Beschluss vom 23. Okto­ber 2012 – I‑10 W 27/​12