Die ins­ge­samt abge­wie­se­ne Stu­fen­kla­ge – und der Streit­wert

Der Streit­wert eines Aus­kunfts­an­spruchs ist nur mit einem nach § 3 ZPO zu schät­zen­den Teil­wert der Haupt­sa­che zu bewer­ten 1. Wird eine Stu­fen­kla­ge aber wegen Feh­lens einer mate­ri­ell­recht­li­chen Grund­la­ge für die mit ihr ver­folg­ten Leis­tungs­an­sprü­che ins­ge­samt abge­wie­sen, ist nicht der Wert der Aus­kunft, son­dern der Wert des Leis­tungs­an­spruchs selbst maß­geb­lich 2.

Die ins­ge­samt abge­wie­se­ne Stu­fen­kla­ge – und der Streit­wert

Die Bewer­tung die­ses Leis­tungs­an­spruchs rich­tet sich über § 48 Abs. 1 GKG nach den §§ 3 ff ZPO. Wert­be­stim­mend ist das klä­ge­ri­sche Inter­es­se, wobei es – da der Leis­tungs­an­spruch bei Ein­rei­chung der Stu­fen­kla­ge man­gels Aus­kunft nicht exakt bezif­fert wer­den kann – einer Schät­zung nach § 3 ZPO bedarf.

Die­se geschieht nach objek­ti­ven Anhalts­punk­ten, wobei anhand des Tat­sa­chen­vor­trags des Klä­gers danach zu fra­gen ist, wel­che Vor­stel­lun­gen er sich vom Wert des Leis­tungs­an­spruchs gemacht hat 3. Eine Gren­ze bil­den nur nicht nach­voll­zieh­ba­re Wunsch­vor­stel­lun­gen eines Klä­gers, die in sei­nem Tat­sa­chen­vor­trag kei­ne Grund­la­ge fin­den 4.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 4. Febru­ar 2015 – III ZR 62/​14

  1. vgl. nur BGH, Beschlüs­se vom 08.01.1997 – XII ZR 307/​95, NJW 1997, 1016; und vom 25.01.2006 – IV ZR 195/​04, Fam­RZ 2006, 619[]
  2. vgl. nur BGH, Beschlüs­se vom 12.03.1992 – I ZR 296/​91, MDR 1992, 1091, 1092; und vom 01.10.2001 – II ZR 217/​01, NJW 2002, 71; sie­he auch Schneider/​Herget, Streit­wert­kom­men­tar, 13. Aufl., Rn. 5107[]
  3. vgl. nur BGH, Urteil vom 31.03.1993 – XII ZR 67/​92, Fam­RZ 1993, 1189 und Beschluss vom 19.09.2007 – IV ZR 226/​06 5[]
  4. vgl. hier­zu Schneider/​Herget, aaO Rn. 5084 f mwN[]