Die vom Insol­venz­ver­wal­ter teil­wei­se auf­ge­nom­me­ne und teil­wei­se zurück­ge­nom­men Kla­ge

Nach­dem der Klä­ger den nicht auf­ge­nom­men Teil unge­ach­tet der fort­dau­ern­den Unter­bre­chung des Ver­fah­rens gemäß § 240 ZPO wirk­sam 1 zurück­ge­nom­men hat, muss inso­weit noch über die Kos­ten ent­schie­den wer­den.

Die vom Insol­venz­ver­wal­ter teil­wei­se auf­ge­nom­me­ne und teil­wei­se zurück­ge­nom­men Kla­ge

Das Ver­fah­ren ist hin­sicht­lich der zu tref­fen­den Kos­ten­ent­schei­dung nicht wei­ter unter­bro­chen. Dem steht § 249 Abs. 2 ZPO nicht ent­ge­gen.

Eine Kos­ten­ent­schei­dung kann nur dann Haupt­sa­che im Sin­ne der §§ 249 Abs. 2, 240 ZPO sein, wenn sich der Rechts­streit ins­ge­samt erle­digt hat und des­we­gen allein über die Kos­ten zu befin­den ist. Ist hin­ge­gen wie hier durch wirk­sa­me Auf­nah­me hin­sicht­lich § 985 BGB neben den Kos­ten auch noch über einen Teil der Haupt­sa­che zu ent­schei­den, so ist die Kos­ten­ent­schei­dung blo­ße Neben­ent­schei­dung, die eine Unter­bre­chung nach §§ 240, 249 Abs. 2 ZPO nicht begrün­den kann 2. Auch der Sinn und Zweck des § 240 ZPO, dem Insol­venz­ver­wal­ter genü­gend Zeit zu geben, sich mit dem Gegen­stand des Rechts­streits ver­traut zu machen und zu ent­schei­den, ob es nötig und zweck­mä­ßig ist, das Ver­fah­ren zu betrei­ben 3, recht­fer­tigt die Fort­dau­er der Unter­bre­chung hin­sicht­lich der Kos­ten­ent­schei­dung hier nicht. Den Ent­schluss, den Rechts­streit hin­sicht­lich des Her­aus­ga­be­an­spruchs aus § 985 BGB auf­zu­neh­men, hat der Beklag­te als Insol­venz­ver­wal­ter bereits getrof­fen. Dass der Klä­ger sei­ne Her­aus­ga­be­kla­ge ursprüng­lich noch auf wei­te­re Anspruchs­grund­la­gen gestützt hat, hat den für die Kos­ten­ent­schei­dung maß­geb­li­chen Streit­wert eben­so wenig erhöht wie der Umstand, dass der Klä­ger als Neben­for­de­rung (§ 4 Abs. 1 Halbs. 2 ZPO, § 43 Abs. 1 GKG) erfolg­los einen Anspruch auf Zah­lung vor­ge­richt­li­cher Anwalts­kos­ten gel­tend gemacht hat.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 6. Novem­ber 2018 – XI ZR 17/​15

  1. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 05.11.1987 – III ZR 86/​86 2 f.; und vom 20.06.2017 – VI ZB 55/​16, WM 2017, 1611 Rn. 24[]
  2. BGH, Beschluss vom 02.02.2005 XII ZR 233/​02, DZWIR 2005, 253; Stein/​Jonas/​Roth, ZPO, 23. Aufl., § 240 Rn. 27[]
  3. vgl. BGH, Urteil vom 16.05.2013 – IX ZR 332/​12, WM 2013, 1472 Rn. 15 mwN[]