Die Klageänderung im Revisionsverfahren

7. August 2018 | Zivilrecht
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Im Allgemeinen ist es nicht gestattet, im Revisionsrechtszug die Klage zu ändern (§ 559 Abs. 1 ZPO).

Denn die unbeschränkte Zulassung der Klageänderung im Revisionsrechtszug würde mit der Besonderheit des Revisionsverfahrens nicht vereinbar sein, nach der nur dasjenige Parteivorbringen der Beurteilung durch das Revisionsgericht unterliegt, das aus dem Tatbestand des Berufungsurteils oder aus dem Sitzungsprotokoll ersichtlich ist1.

Unzulässig ist daher eine Änderung oder Erweiterung der Klage, etwa auch in Form der Erweiterung um einen neuen Hilfsantrag2.

In Ausnahme von dieser Regel erachtet der Bundesgerichtshof jedoch die Beschränkung oder Modifikation des früheren Antrags als zulässig, soweit sich dies auf einen Sachverhalt stützt, der vom Tatrichter bereits gewürdigt worden ist3.

Bundesgerichtshof, Urteil vom 11. Juli 2018 – IV ZR 243/17

  1. BGH, Urteil vom 23.10.1974 – IV ZR 7/73, WM 1974, 1185 unter 3 35]; vgl. auch BGH, Urteile vom 18.06.1998 – IX ZR 311/95, NJW 1998, 2969 unter B – II 1 19]; vom 04.05.1961 – III ZR 222/59, NJW 1961, 1467 f. 25 ff.]; vom 07.11.1957 – II ZR 280/55, BGHZ 26, 31, 37 12]; jeweils m.w.N.
  2. vgl. BGH, Urteile vom 01.04.1998 – XII ZR 278/96, FamRZ 1998, 902 39 ff.]; vom 18.09.1958 – II ZR 332/56, BGHZ 28, 131, 136 f. 20]; Musielak/Voit/Ball, ZPO 15. Aufl. § 559 Rn. 3; MünchKomm-ZPO/Krüger, 5. Aufl. § 559 Rn.19
  3. vgl. BGH, Urteile vom 11.09.2013 – IV ZR 17/13, BGHZ 198, 195 Rn. 7; vom 23.10.1974 aaO m.w.N.; BGH, Urteile vom 30.10.2013 – XII ZR 113/12, BGHZ 198, 337 Rn. 33; vom 18.06.1998 – IX ZR 311/95 aaO; vom 28.09.1989 – IX ZR 180/88, NJW-RR 1990, 122 unter 1 11]; vom 04.06.1962 – III ZR 207/60, NJW 1962, 1441 unter – I 1 10]; vom 07.11.1957 – II ZR 280/55 aaO; Musielak/Voit/Ball aaO Rn. 4 f.; MünchKomm-ZPO/Krüger aaO Rn.20; Zöller/Heßler, ZPO 32. Aufl. § 559 Rn. 10

 
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