Die Kla­ge­schrift – und das Ver­ständ­nis des Kla­ge­an­trags

Gemäß § 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO muss die Kla­ge­schrift die bestimm­te Anga­be des Gegen­stands und des Grun­des des erho­be­nen Anspruchs sowie einen bestimm­ten Antrag ent­hal­ten. Der Streit­ge­gen­stand und der Umfang der gericht­li­chen Prü­fungs- und Ent­schei­dungs­be­fug­nis müs­sen klar umris­sen sein.

Die Kla­ge­schrift – und das Ver­ständ­nis des Kla­ge­an­trags

Bei einer Fest­stel­lungs­kla­ge sind grund­sätz­lich kei­ne gerin­ge­ren Anfor­de­run­gen an die Bestimmt­heit zu stel­len als bei einer Leis­tungs­kla­ge 1.

Für das Ver­ständ­nis eines Kla­ge­an­trags ist nicht an dem buch­stäb­li­chen Wort­laut der Antrags­fas­sung zu haf­ten. Bei Zwei­feln ist der Antrag aus­zu­le­gen. Das Gericht hat den erklär­ten Wil­len zu erfor­schen, wie er aus der Kla­ge­be­grün­dung, dem Pro­zess­ziel und der Inter­es­sen­la­ge her­vor­geht. Die für Wil­lens­er­klä­run­gen gel­ten­den Aus­le­gungs­re­geln (§§ 133, 157 BGB) sind für die Aus­le­gung von Kla­ge­an­trä­gen her­an­zu­zie­hen. Das gilt auch im Revi­si­ons­ver­fah­ren 2.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 7. Febru­ar 2019 – 6 AZR 84/​18

  1. BAG 18.05.2011 – 5 AZR 181/​10, Rn. 10[]
  2. BAG 2.08.2018 – 6 AZR 188/​17, Rn. 17[]