Die ladungs­fä­hi­ge Anschrift des Klä­gers

Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs gehört zu der in jeder Lage des Ver­fah­rens und damit auch noch in der Revi­si­ons­in­stanz von Amts wegen zu prü­fen­den Sachur­teils­vor­aus­set­zung der ord­nungs­ge­mä­ßen Kla­ge­er­he­bung (§ 253 Abs. 2 und 4, § 130 ZPO) grund­sätz­lich auch die Anga­be der ladungs­fä­hi­gen Anschrift des Klä­gers.

Die ladungs­fä­hi­ge Anschrift des Klä­gers

Fehlt es dar­an, ist die Kla­ge unzu­läs­sig, wenn die Anga­be schlecht­hin und ohne zurei­chen­den Grund ver­wei­gert wird [1].

Im hier ent­schie­de­nen Fall haben Schrift­stü­cke des Gerichts wie etwa Ladun­gen oder Gerichts­kos­ten­rech­nun­gen die Klä­ge­rin unter der ange­ge­be­nen Anschrift erreicht. Soll­te die Voll­stre­ckung aus einem gegen die Klä­ge­rin am 14.09.2011 vor dem Land­ge­richt Ham­burg erwirk­ten Ver­säum­nis­ur­teil zu einem von den Beklag­ten nicht genann­ten Zeit­punkt unter der von der Klä­ge­rin ange­ge­be­nen Anschrift erfolg­los geblie­ben sein, folgt dar­aus nicht, dass die für eine wirk­sa­me Kla­ge­er­he­bung erfor­der­li­che ladungs­fä­hi­ge Anschrift der Klä­ge­rin bereits im Zeit­punkt der Kla­ge­er­he­bung im vor­lie­gen­den Ver­fah­ren nicht gege­ben war.

Der mög­li­che Weg­fall der ladungs­fä­hi­gen Anschrift nach Kla­ge­er­he­bung hat auf die Zuläs­sig­keit der Kla­ge grund­sätz­lich kei­nen Ein­fluss [2].

Es sind im vor­lie­gen­den Fall auch kei­ne Anhalts­punk­te dafür ersicht­lich, dass die Klä­ge­rin ihre Anschrift ver­ber­gen woll­te, um sich nega­ti­ven pro­zes­sua­len Fol­gen zu ent­zie­hen [3].

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 11. Dezem­ber 2014 – I ZR 113/​13

  1. vgl. BGH, Urteil vom 09.12 1987 IVb ZR 4/​87, BGHZ 102, 332, 334 ff.; Urteil vom 17.03.2004 – VIII ZR 107/​02, NJW-RR 2004, 1503; Urteil vom 19.03.2013 – VI ZR 93/​12, NJW 2013, 1681 Rn. 12 mwN[]
  2. vgl. BGH, NJW 2013, 1681 Rn. 13 mwN[]
  3. vgl. BGH, NJW 2013, 1681 Rn. 13[]