Die nicht unter­schrie­be­ne Rechtsmittelbegründung

Nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs kann bei frist­ge­rech­ter Ein­rei­chung einer nicht unter­zeich­ne­ten Rechts­mit­tel­be­grün­dung Wie­der­ein­set­zung in den vori­gen Stand (§ 233 ZPO) gewährt wer­den, wenn der Pro­zess­be­voll­mäch­tig­te sein Büro­per­so­nal all­ge­mein ange­wie­sen hat­te, sämt­li­che aus­ge­hen­de Schrift­sät­ze vor der Absen­dung auf das Vor­han­den­sein der Unter­schrift zu über­prü­fen [1].

Die nicht unter­schrie­be­ne Rechtsmittelbegründung

Das Stich­wort „Büro­ver­se­hen“ und der Hin­weis auf eine stets zuver­läs­sig arbei­ten­de Ange­stell­te allein rei­chen hier­für jedoch nicht aus.

Die eine Wie­der­ein­set­zung begrün­den­den Tat­sa­chen müs­sen gemäß § 236 Abs. 2 Satz 1 ZPO grund­sätz­lich bereits im Wie­der­ein­set­zungs­an­trag ent­hal­ten sein; jeden­falls sind sie inner­halb der für die Wie­der­ein­set­zung gel­ten­den Frist nach § 234 Abs. 1 ZPO vor­zu­brin­gen. Zuläs­sig ist nur die Ergän­zung von frist­ge­recht gemach­ten, aber erkenn­bar unkla­ren oder unvoll­stän­di­gen Anga­ben, deren Auf­klä­rung nach § 139 ZPO gebo­ten war [2].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 13. März 2014 – IX ZB 47/​13 -

  1. BGH, Beschluss vom 05.03.2003 – VIII ZB 134/​02, NJW-RR 2003, 1366; vom 07.07.2011 – IX ZR 190/​09, nv, Rn. 1; vom 17.10.2011 LwZB 2/​11, NJW 2012, 856 Rn. 12[]
  2. BGH, Beschluss vom 21.10.2010 – IX ZB 73/​10, NJW 2011, 458 Rn. 17; vom 12.09.2013 – III ZB 7/​13, NJW 2014, 225 Rn. 9[]