Die per Zwi­schen­ver­fü­gung ange­for­der­te Tei­lungs­be­wil­li­gung

Die Zwi­schen­ver­fü­gung nach § 18 Abs. 1 Satz 1 GBO dient dazu, der Ein­tra­gung den sich nach dem Ein­gang des Antrags bestim­men­den Rang zu sichern, der bei Zurück­wei­sung des Antrags nicht gewahrt blie­be. Die Rege­lung bezieht sich nur auf die Besei­ti­gung eines der Ein­tra­gung ent­ge­gen­ste­hen­den Hin­der­nis­ses und ist nicht anwend­bar, wenn der Man­gel des Antrags nicht mit rück­wir­ken­der Kraft geheilt wer­den kann.

Die per Zwi­schen­ver­fü­gung ange­for­der­te Tei­lungs­be­wil­li­gung

Vor die­sem Hin­ter­grund ist es nicht zuläs­sig, mit einer Zwi­schen­ver­fü­gung auf den Abschluss eines Rechts­ge­schäfts hin­zu­wir­ken, das Grund­la­ge der ein­zu­tra­gen­den Rechts­än­de­rung wer­den soll, weil sonst die bean­trag­te Ein­tra­gung einen ihr nicht gebüh­ren­den Rang erhiel­te1.

Eben­so wenig kann dem Antrag­stel­ler mit einer Zwi­schen­ver­fü­gung nach § 18 GBO auf­ge­ge­ben wer­den, eine erst noch zu erklä­ren­de Ein­tra­gungs­be­wil­li­gung eines unmit­tel­bar betrof­fe­nen Drit­ten bei­zu­brin­gen2.

Die­se Grund­sät­ze fin­den auch auf behörd­li­che Ersu­chen nach § 38 GBO Anwen­dung3.

Gemes­sen dar­an ist im hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall die Zwi­schen­ver­fü­gung unzu­läs­sig.

Sie gibt der Betei­lig­ten zu 1 auf, eine Tei­lungs­be­wil­li­gung des Eigen­tü­mers bei­zu­brin­gen, der von der (nach § 13 Abs. 4 i.V.m. Abs. 2 GBV mit der ange­streb­ten Abschrei­bung ein­zel­ner Flur­stü­cke ein­her­ge­hen­den) Grund­stücks­tei­lung unmit­tel­bar betrof­fen ist. Nach der Rechts­auf­fas­sung des Grund­buch­amts, auf deren Grund­la­ge die Zuläs­sig­keit der Zwi­schen­ver­fü­gung zu beur­tei­len ist, erfor­dert die Umset­zung des Ein­tra­gungs­er­su­chens eine Tei­lung des Grund­stücks durch den Eigen­tü­mer. Ein ohne Tei­lungs­be­wil­li­gung gestell­tes Ersu­chen wäre danach sofort zurück­zu­wei­sen gewe­sen4.

Anders wäre es nur, wenn das Grund­buch­amt der Betei­lig­ten zu 1 ledig­lich die Grün­de mit­ge­teilt hät­te, war­um es dem Ersu­chen nicht statt­ge­ben kann. Sol­che Mei­nungs­äu­ße­run­gen des Grund­buch­amts sind – auch wenn sie mit der Ankün­di­gung einer beab­sich­tig­ten Zurück­wei­sung des Ein­tra­gungs­er­su­chens ver­bun­den wer­den – kei­ne beschwer­de­fä­hi­gen Ent­schei­dun­gen nach § 71 GBO5. So ver­hält es sich hier jedoch nicht. Das Grund­buch­amt hat der Betei­lig­ten zu 1 unter aus­drück­li­cher Bezug­nah­me auf § 18 GBO eine Frist zur Behe­bung des Ein­tra­gungs­hin­der­nis­ses gesetzt, eine Rechts­mit­tel­be­leh­rung erteilt und sei­ne Ver­fü­gung in der Nicht­ab­hil­fe­ent­schei­dung zudem aus­drück­lich als Zwi­schen­ver­fü­gung bezeich­net.

Hat das Beschwer­de­ge­richt die Beschwer­de gegen eine unzu­läs­si­ge Zwi­schen­ver­fü­gung zurück­ge­wie­sen, sind auf eine Rechts­be­schwer­de hin sei­ne Ent­schei­dung und die Zwi­schen­ver­fü­gung des Grund­buch­amts auf­zu­he­ben6.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 26. Juni 2014 – V ZB 1/​12

  1. BGH, Beschluss vom 26.09.2013 – – V ZB 152/​12, NJW 2014, 1002 Rn. 6 mwN []
  2. BayO­bLG, NJW-RR 2004, 1533, 1534; Mitt­BayNot 1995, 42, 43; Mitt­BayNot 1990, 307; BayO­bLGZ 1990, 6, 8; OLG Hamm, Mitt­BayNot 2003, 386; ZfIR 1998, 115, 116; OLG Zwei­brü­cken, OLGZ 1991, 153, 154; KEHE-Herr­mann, Grund­buch­recht, 6. Aufl., § 18 GBO Rn. 16; Meikel/​Bött­cher, GBO, 10. Aufl., § 18 Rn. 36; Dem­har­ter, GBO, 29. Aufl., § 18 Rn. 12 []
  3. KEHE-Herr­mann, Grund­buch­recht, 6. Aufl., § 38 GBO Rn. 79; Meikel/​Roth, GBO, 10. Aufl., § 38 Rn. 31 []
  4. vgl. BGH, Beschluss vom 26.09.2013 – – V ZB 152/​12, NJW 2014, 1002 Rn. 8 []
  5. BGH, Beschluss vom 26.09.2013 – – V ZB 152/​12, aaO Rn. 9 []
  6. BGH, Beschluss vom 26.09.2013 – – V ZB 152/​12, aaO Rn. 10 []