Die feh­ler­haf­te Pro­zess­voll­macht – und die Nich­tig­keits­kla­ge

Gemäß § 579 Abs. 1 Nr. 4 ZPO fin­det die Nich­tig­keits­kla­ge statt, wenn eine Par­tei in dem Ver­fah­ren nicht nach Vor­schrift der Geset­ze ver­tre­ten war. Nicht gesetz­mä­ßig ver­tre­ten ist eine Par­tei auch dann, wenn ein Rechts­an­walt für sie auf­tritt, den sie nicht bevoll­mäch­tigt hat 1.

Die feh­ler­haf­te Pro­zess­voll­macht – und die Nich­tig­keits­kla­ge

Ob der behaup­te­te Nich­tig­keits­grund tat­säch­lich vor­liegt, ist gege­be­nen­falls von Amts wegen zu prü­fen. Das Gericht hät­te die Beweis­be­dürf­tig­keit der Behaup­tun­gen des Resti­tu­ti­ons­klä­gers unab­hän­gig von der Ein­las­sung des Resti­tu­ti­ons­be­klag­ten zu prü­fen und die von der Par­tei ange­bo­te­nen Bewei­se zu erhe­ben 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 3. Mai 2018 – IX ZA 3/​18

  1. BVerfG NJW 1998, 745; OLG Köln VersR 1997, 341, 342; Zöller/​Greger, ZPO, 32. Aufl., § 579 Rn. 6; Prüt­tin­g/Gehr­lein/­Mel­ler-Han­nich, ZPO, 9. Aufl., § 579 Rn. 9; Münch­Komm-ZPO/Braun, 5. Aufl., § 579 Rn. 15[]
  2. vgl. Prüt­tin­g/Gehr­lein/­Mel­ler-Han­nich, ZPO, 9. Aufl., § 585 Rn. 7; vgl. wei­ter § 590 Abs. 3 ZPO[]