Die selb­stän­dig gel­tend gemach­te Zins­for­de­rung

Wer­den mit einem Rechts­mit­tel selb­stän­dig Zins­for­de­run­gen gel­tend gemacht, so sind die­se nicht streit­wert­er­hö­hend zu berück­sich­ti­gen, wenn und soweit die dazu­ge­hö­ri­ge Haupt­for­de­rung Gegen­stand eines Rechts­mit­tels des Pro­zess­geg­ners ist.

Die selb­stän­dig gel­tend gemach­te Zins­for­de­rung

Sind die von der Klä­ge­rin erho­be­nen Zins­for­de­run­gen im Rah­men ihrer eige­nen Beschwer­de nicht als Neben­for­de­rung (§ 4 ZPO) gel­tend gemacht wor­den, weil die Klä­ge­rin inso­weit kei­ne Haupt­for­de­rung (mehr) ver­folgt hat, so sind die Zins­for­de­run­gen als wert­er­hö­hend anzu­rech­nen [1].

Im Hin­blick dar­auf, dass die Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de der Beklag­ten die vom Beru­fungs­ge­richt zuge­spro­che­ne Haupt­for­de­rung ange­grif­fen und somit zum Gegen­stand des wei­ter­ge­hen­den Rechts­streits gemacht hat, ist jedoch der dar­auf ent­fal­len­de Teil der Zins­for­de­run­gen der Klä­ge­rin wie­der abzu­zie­hen. Denn inso­weit sind die Zins­for­de­run­gen der Klä­ge­rin (wie­der) zur Neben­for­de­rung (§ 4 ZPO) gewor­den und somit für den Streit­wert nicht mehr zu berück­sich­ti­gen [2].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 4. Sep­tem­ber 2013 – III ZR 191/​12

  1. s. nur BGH, Urteil vom 25.06.1981 – III ZR 96/​80, WM 1981, 1091, 1092; vgl. auch BGH, Beschlüs­se vom 04.12.2007 – VI ZB 73/​06, NJW 2008, 999 Rn. 7 und vom 04.04.2012 – IV ZB 19/​11, VersR 2012, 881 Rn. 5[]
  2. vgl. OLG Koblenz, Urteil vom 10.08.2006 – 7 UF 850/​05, Beck­RS 2006, 10310 unter II 5 aE; s. auch Musielak/​Heinrich, ZPO, 10. Aufl., § 4 Rn. 17; PG/​Gehle, ZPO, 5. Aufl., § 4 Rn. 13[]