Die Sen­kung der Woh­nungs­kos­ten durch Unter­ver­mie­tung

Stellt sich nach Miet­ver­trags­schluss beim Mie­ter eine Ver­schlech­te­rung der finan­zi­el­len Lage ein, kann er vom Ver­mie­ter die Erlaub­nis zur Unter­ver­mie­tung ver­lan­gen, um die eige­nen Wohn­kos­ten zu sen­ken.

Die Sen­kung der Woh­nungs­kos­ten durch Unter­ver­mie­tung

So hat das Amts­ge­richt Mün­chen in dem hier vor­lie­gen­den Fall einer Mie­te­rin ent­schie­den, die nach Ein­stel­lung der Unter­halts­zah­lun­gen ihres geschie­de­nen Man­nes sich nicht mehr in der Lage sah, ihre Mie­te zu zah­len. Die Klä­ge­rin war seit Janu­ar 2012 Mie­te­rin einer Woh­nung bestehend aus 3 Zim­mern, Küche, einer Kam­mer und einer Dusche im Zen­trum von Mün­chen. Sie hat­te nach der Schei­dung die Woh­nung von ihrem Ex-Ehe­mann über­nom­men. Ab Juli 2013 erhielt sie von ihrem geschie­de­nen Ehe­mann nicht mehr die Unter­halts­zah­lung in Höhe von 800 Euro monat­lich. Da ihr nach Abzug aller Kos­ten von ihrem Gehalt nur 530 Euro zum Lebens­un­ter­halt ver­blie­ben, woll­te sie ein Zim­mer ihrer Woh­nung für 400 Euro monat­lich unter­ver­mie­ten. Eine Über­be­le­gung der Woh­nung war dadurch nicht zu befürch­ten. Auch sons­ti­ge Grün­de in der Per­son des Unter­mie­ters, die gegen die Wei­ter­ver­mie­tung spre­chen wür­den, lagen nicht vor. Nach dem Miet­ver­trag war jedoch die Unter­ver­mie­tung nicht gestat­tet. Der Ver­mie­ter lehn­te es ab, ihr die Unter­ver­mie­tungs­er­laub­nis zu ertei­len. Daher hat die Mie­te­rin vor dem Amts­ge­richt Mün­chen gegen den Ver­mie­ter auf Ertei­lung der Erlaub­nis zur Unter­ver­mie­tung geklagt.

Nach Auf­fas­sung des Amts­ge­richts Mün­chen sei das Inter­es­se der Mie­te­rin berech­tigt, durch die Miet­ein­nah­men aus der Unter­ver­mie­tung des Zim­mers die eige­nen Wohn­kos­ten zu sen­ken, da die Ver­schlech­te­rung der finan­zi­el­len Lage erst nach dem Miet­ver­trags­schluss ent­stan­den sei. Der Wunsch der Mie­te­rin, in ihrer gewohn­ten Umge­bung zu blei­ben, sei als Aus­druck ihrer pri­va­ten Lebens­ge­stal­tung zu respek­tie­ren. Daher kön­ne sie auch nicht dar­auf ver­wie­sen wer­den, eine bil­li­ge­re Woh­nung anzu­mie­ten.

Amts­ge­richt Mün­chen, Urteil vom 15. Okto­ber 2013 – 422 C 13968/​13