Die Treue­pflicht des Mak­lers

Nach höchst­rich­ter­li­cher Recht­spre­chung steht der Mak­ler zu sei­nem Auf­trag­ge­ber in einem beson­de­ren Treue­ver­hält­nis.

Die Treue­pflicht des Mak­lers

Dar­aus erge­ben sich für ihn bestimm­te Neben­pflich­ten bei der Erfül­lung sei­ner Auf­ga­be. Die­se fol­gen dar­aus, dass er Inter­es­sen­ver­tre­ter sei­nes Auf­trag­ge­bers ist.

Eine sach­ge­mä­ße Inter­es­sen­wahr­neh­mung gebie­tet regel­mä­ßig, den Auf­trag­ge­ber nicht nur über das auf­zu­klä­ren, was uner­läss­lich ist, damit die­ser vor Scha­den bewahrt wird, son­dern auch über alle dem Mak­ler bekann­ten Umstän­de, die für die Ent­schlie­ßung des Auf­trag­ge­bers von Bedeu­tung sein kön­nen 1.

Die­se Ver­pflich­tung trifft den Mak­ler im All­ge­mei­nen auch dann nach bei­den Sei­ten, wenn er nicht nur ein­sei­ti­ger Inter­es­sen­ver­tre­ter einer der bei­den zusam­men­zu­füh­ren­den Ver­trags­sei­ten ist, son­dern im zuläs­si­gen Rah­men sowohl zu dem Ver­käu­fer als auch dem Kauf­in­ter­es­sen­ten in Ver­trags­be­zie­hung getre­ten ist.

Wie weit die Unter­rich­tungs­pflicht zu zie­hen ist, hängt von den Umstän­den des ein­zel­nen Fal­les ab 2.

Der Mak­ler ver­letzt unter ande­rem sei­ne Pflich­ten, wenn er Eigen­schaf­ten des Objekts behaup­tet oder sons­ti­ge – eige­ne oder sich zu Eigen gemach­te – Infor­ma­tio­nen über die­ses erteilt, ohne sich die dafür erfor­der­li­chen Grund­la­gen ver­schafft zu haben. Steht ihm eine sol­che hin­rei­chen­de Grund­la­ge nicht zur Ver­fü­gung, muss er zumin­dest die­sen Umstand offen legen 3.

Die­se Pflich­ten tref­fen den Mak­ler nicht nur gegen­über dem Kauf­in­ter­es­sen­ten, son­dern auch gegen­über dem Ver­käu­fer, wenn er für bei­de Ver­trags­tei­le tätig ist.

Über­mit­telt der Mak­ler unter Ver­stoß gegen sei­ne Prü­fungs­pflich­ten einem Kauf­in­ter­es­sen­ten unrich­ti­ge, für die Ver­mark­tung nach­tei­li­ge Infor­ma­tio­nen, liegt des­halb dar­in eine Ver­let­zung des mit dem Ver­käu­fer bestehen­den Mak­ler­ver­trags.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 10. Novem­ber 2016 – I ZR 235/​15

  1. BGH, Urteil vom 08.07.1981 – IVa ZR 244/​80, NJW 1981, 2685 f.[]
  2. BGH, Urteil vom 18.01.2007 – III ZR 146/​06, NJW-RR 2007, 711 Rn. 11[]
  3. BGH, Urteil vom 28.09.2000 – III ZR 43/​99 , NJW 2000, 3642; BGH, NJW-RR 2007, 711 Rn. 12[]