Die über­se­he­ne Ver­fah­rens­un­ter­bre­chung wegen Insol­venz­eröff­nung

Hät­te wegen der Unter­bre­chung des Ver­fah­rens vor dem Land­ge­richt weder münd­lich ver­han­delt noch spä­ter ein Urteil ver­kün­det wer­den dür­fen 1, ist ein gleich­wohl ergan­ge­nes Urteil – eben­so wie ein spä­ter ergan­ge­nes Beru­fungs­ur­teil, auf­zu­he­ben, weil es wegen der Unter­bre­chung des Rechts­streits vor Beginn der münd­li­chen Ver­hand­lung nicht hät­te erge­hen dür­fen.

Die über­se­he­ne Ver­fah­rens­un­ter­bre­chung wegen Insol­venz­eröff­nung

Die Rechts­fol­ge der Unter­bre­chung des Ver­fah­rens kön­nen der Insol­venz­schuld­ner, der inso­weit selbst pro­zess­füh­rungs­be­fugt bleibt, aber auch die Gegen­par­tei gel­tend machen. Das folgt aus § 249 Abs. 2 ZPO, der kei­ne Dif­fe­ren­zie­rung nach der Par­tei­rol­le kennt 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 24. Okto­ber 2017 – II ZR 16/​16

  1. vgl. BGH, Urteil vom 21.06.1995 – VIII ZR 224/​94, NJW 1995, 2563; Urteil vom 29.01.1976 – IX ZR 28/​73, BGHZ 66, 59, 61[]
  2. BGH, Urteil vom 21.06.1995 – VIII ZR 224/​94, NJW 1995, 2563[]