Die „ver­län­ger­te” Titel­ge­gen­kla­ge

Die „ver­län­ger­te” Titel­ge­gen­kla­ge stellt einen eige­nen, von der Voll­stre­ckungs­ab­wehr­kla­ge zu unter­schei­den­den Streit­ge­gen­stand dar1.

Die „ver­län­ger­te” Titel­ge­gen­kla­ge

Eine Titel­ge­gen­kla­ge rich­tet sich gegen die Voll­streck­bar­keit des Titels selbst, etwa weil die­ser nicht der mate­ri­el­len Rechts­kraft fähig ist und daher einen nur schein­bar voll­stre­ckungs­fä­hi­gen Inhalt hat2.

Sol­che Ein­wen­dun­gen hat die Schuld­ne­rin im hier ent­schie­de­nen Fall aber nicht vor­ge­tra­gen. Sie hat sich viel­mehr auf eine voll­stre­ckungs­be­schrän­ken­de Ver­ein­ba­rung beru­fen, weil die Beklag­te durch die Rück­ga­be der voll­streck­ba­ren Aus­fer­ti­gun­gen dau­er­haft auf die Voll­stre­ckung aus der Grund­schuld ver­zich­tet habe. Dies fällt eben­so wie mate­ri­ell­recht­li­che Ein­wen­dun­gen gegen den Anspruch in den direk­ten Anwen­dungs­be­reich von § 767 ZPO3.

Bun­des­ge­richts­hof, Ver­sä, umnis­ur­teil vom 27. März 2015 – V ZR 296/​13

  1. dazu BGH, Urteil vom 19.12 2014 – V ZR 82/​13 6; BGH, Urteil vom 18.11.1993 – IX ZR 244/​92, BGHZ 124, 164 ff. jeweils mwN
  2. dazu BGH, Urteil vom 19.12 2014 – V ZR 82/​13 7; BGH, Urteil vom 18.11.1993 – IX ZR 244/​92, BGHZ 124, 164 ff.
  3. vgl. BGH, Beschluss vom 26.06.2001 – XI ZR 330/​00, NJW-RR 2002, 282, 283