Die Verletzung beim Fußballspiel

Bei einer Verletzung während eines Amateurfußballspiels kommt die Haftung eines Sportlers nur in Betracht, wenn er schuldhaft und grob unsportlich gegen die Regeln des Wettkampfs verstößt. Dabei muss bei kampfbetonter Härte die Grenze hin zu einem unfairen Regelverstoß überschritten sein.

Die Verletzung beim Fußballspiel

Mit dieser Begründung hat das Landgericht Frankenthal in dem hier vorliegenden Fall einer Klage auf Schmerzensgeld wegen eines groben Fouls beim Fußball nicht stattgegeben. Zu der Klage ist es gekommen aufgrund eines Vorfalls im August 2018 bei einem Spiel der C-Klasse Rhein-Pfalz-Süd zwischen zwei Ludwigshafener Mannschaften. Ein Mittelfeldspieler der Heimmannschaft kam im Zweikampf zu Fall und erlitt eine Außenbandverletzung, die sich als sehr kompliziert und schwerwiegend herausstellte. Nach seiner Darstellung war er vom gegnerischen Verteidiger grob gefoult worden, als der Ball schon zwei Meter entfernt und für diesen unerreichbar gewesen sei. Nach dem Foul habe der Gegenspieler das Trikot ausgezogen und dieses vor den Zuschauern triumphierend geschwenkt. Das deute klar darauf hin, dass es ihm nur darauf angekommen sei, ihn absichtlich von den Beinen zu holen. Der Verletzte forderte unter anderem 5.000,00 € Schmerzensgeld.

In seiner Urteilsbegründung hat das Landgericht Frankenthal ausführlich erklärt, dass die Haftung eines Sportlers nur in Betracht kommt, wenn er schuldhaft und grob unsportlich gegen die Regeln des Wettkampfs verstößt. Dabei reiche ein Regelverstoß aus Spieleifer, Unüberlegtheit oder technischem Versagen nicht aus. Insoweit nehme jeder Fußballer eigene Verletzungen in Kauf. Erst wenn bei kampfbetonter Härte die Grenze hin zu einem unfairen Regelverstoß überschritten sei, drohe eine Haftung. Die Kammer folgt damit auch der höchstrichterlichen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs.

Das Landgericht Frankenthal konnte nicht sicher feststellen, dass es das behauptete grobe, unentschuldbare Foul wirklich gegeben hat. Der Beweis hätte aber von dem verletzten Spieler geführt werden müssen. Nach Auffassung des Landgerichts Frankenthal müsse der Gefoulte nachweisen, dass der Gegner eine grob fahrlässige, unentschuldbare Regelwidrigkeit begangen hat. Andernfalls gehe der Verletzte leer aus. Denn Fußball sei ein Kampfspiel, bei dem es beim „Kampf um den Ball“ gelegentlich zu Fouls und unvermeidbaren Verletzungen komme. Damit müsse jeder Spieler rechnen, wenn er sich auf den Platz begebe.

Landgericht Frankenthal, Urteil vom 14. Dezember 2020 – 5 O 57/19

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