Die ver­säum­te Beru­fungs­be­grün­dungs­frist

Vor Ver­wer­fung einer Beru­fung wegen Ver­säu­mung der Beru­fungs­be­grün­dungs­frist ist dem Rechts­mit­tel­füh­rer durch einen Hin­weis recht­li­ches Gehör zu gewäh­ren, um ihm die Mög­lich­keit zu geben, sich zu der Frist­ver­säu­mung zu äußern und einen Antrag auf Wie­der­ein­set­zung in den vori­gen Stand zu stel­len 1.

Die ver­säum­te Beru­fungs­be­grün­dungs­frist

Zwar sieht § 522 Abs. 1 ZPO im Gegen­satz zu § 522 Abs. 2 Satz 2 ZPO für den Fall einer Ver­wer­fung eines unzu­läs­si­gen Rechts­mit­tels eine Anhö­rung der Par­tei nicht aus­drück­lich vor. Die Pflicht zur Anhö­rung des Rechts­mit­tel­füh­rers folgt nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs indes­sen unmit­tel­bar aus Art. 103 Abs. 1 GG 2. Art. 103 Abs. 1 GG gibt dem Betei­lig­ten eines gericht­li­chen Ver­fah­rens ein Recht dar­auf, dass er Gele­gen­heit erhält, sich zu dem einer gericht­li­chen Ent­schei­dung zugrun­de lie­gen­den Sach­ver­halt – also auch zu der vom Beru­fungs­ge­richt ange­nom­me­nen Frist­ver­säu­mung – zu äußern.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 24. Febru­ar 2010 – XII ZB 168/​08

  1. im Anschluss an BGH, Beschlüs­se vom 15.08.2007 – XII ZB 101/​07, NJW-RR 2007, 1718; vom 13.07.2005 – XII ZB 80/​05, NJW-RR 2006, 142; und vom 18.07.2007 – XII ZB 162/​06, Fam­RZ 2007, 1725[]
  2. BGH, Beschlüs­se vom 15.08.2007 – XII ZB 101/​07, NJW-RR 2007, 1718; vom 13.07.2005 – XII ZB 80/​05, NJW-RR 2006, 142; und vom 18.07.2007 – XII ZB 162/​06, Fam­RZ 2007, 1725[]