Die ver­spä­te­te Deckungs­zu­sa­ge der Rechts­schutz­ver­si­che­rung – und die Wie­der­ein­set­zung in die Rechts­mit­tel­frist

Es begrün­det kei­nen Hin­de­rungs­grund im Sin­ne des § 233 ZPO, wenn die unter­le­ge­ne Par­tei des­halb kein Rechts­mit­tel ein­ge­legt hat, weil ihre Rechts­schutz­ver­si­che­rung die Ertei­lung einer Deckungs­zu­sa­ge (zunächst) abge­lehnt hat und die Par­tei das Kos­ten­ri­si­ko nicht tra­gen woll­te.

Die ver­spä­te­te Deckungs­zu­sa­ge der Rechts­schutz­ver­si­che­rung – und die Wie­der­ein­set­zung in die Rechts­mit­tel­frist

Der Wie­der­ein­set­zungs­an­trag der Klä­ge­rin ist in einem sol­chen Fall unbe­grün­det. Die Klä­ge­rin hat weder dar­ge­tan noch glaub­haft gemacht, dass sie ver­hin­dert war, die Frist zur Ein­le­gung der Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de ein­zu­hal­ten (§§ 233, 236 Abs. 2 Satz 1 ZPO). Die Klä­ge­rin hat nach ihrem eige­nen Vor­trag inner­halb der Frist des­halb kei­ne Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de ein­ge­legt, weil sie das Ver­fah­ren nur unter der Vor­aus­set­zung durch­füh­ren woll­te, dass ihre Rechts­schutz­ver­si­che­rung eine Deckungs­zu­sa­ge erteilt, und letz­te­re dies abge­lehnt hat­te. Die Klä­ge­rin hat nicht gel­tend gemacht, wegen Mit­tel­lo­sig­keit nicht in der Lage gewe­sen zu sein, das Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de­ver­fah­ren auf eige­ne Kos­ten durch­zu­füh­ren. Sie hat ins­be­son­de­re kei­nen Antrag auf Bewil­li­gung von Pro­zess­kos­ten­hil­fe ein­ge­reicht 1. Bei die­ser Sach­la­ge kann nicht aus­ge­schlos­sen wer­den, dass die Klä­ge­rin nur des­halb kei­ne Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de ein­ge­legt hat, weil sie das Kos­ten­ri­si­ko nicht tra­gen woll­te. Dies begrün­det aber kei­nen Hin­de­rungs­grund im Sin­ne des § 233 ZPO.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 24. Novem­ber 2015 – VI ZR 567/​15

  1. vgl. dazu BGH, Beschluss vom 16.12 1997 – VI ZB 48/​97, NJW 1998, 1230, 1231; BGH, Beschlüs­se vom 04.10.1990 – IV ZB 5/​90, NJW 1991, 109 Rn. 8; vom 21.02.2002 – IX ZA 10/​01, Rn. 3, NJW 2002, 2180[]