Die ver­spä­te­te Vor­la­ge der Pro­zess­voll­macht

Ein Voll­machts­man­gel, der zu einem kla­ge­ab­wei­sen­den Pro­zes­sur­teil geführt hat, kann durch eine nach­träg­li­che Bevoll­mäch­ti­gung nicht mehr beho­ben wer­den 1. Von einer nach­träg­li­chen Bevoll­mäch­ti­gung ist jedoch der spä­te­re Nach­weis einer recht­zei­ti­gen Voll­mach­ter­tei­lung zu unter­schei­den. Der Nach­weis einer bereits für die Vor­in­stanz erteil­ten Voll­macht kann – durch Vor­la­ge der Voll­machts­ur­kun­de (§ 80 ZPO) – noch im Rechts­mit­tel­ver­fah­ren geführt wer­den 2.

Die ver­spä­te­te Vor­la­ge der Pro­zess­voll­macht

Die Vor­la­ge der Ori­gi­nal­voll­macht konn­te auch des­halb im Beru­fungs­ver­fah­ren nach­ge­holt wer­den, weil das Land­ge­richt die Kla­ge erst­in­stanz­lich nicht im Hin­blick dar­auf als unzu­läs­sig abge­wie­sen hat, dass die Pro­zess­voll­macht im ers­ten Rechts­zug nur in Kopie ein­ge­reicht wor­den war. Das Nach­rei­chen der Voll­macht mit geneh­mi­gen­der Wir­kung ist in der Rechts­mit­tel­in­stanz nur dann aus­ge­schlos­sen, wenn die Kla­ge in der Vor­in­stanz gera­de wegen des Voll­macht­man­gels zu Recht als unzu­läs­sig abge­wie­sen wur­de 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 17. Sep­tem­ber 2013 – II ZR 68/​11

  1. GmSOGB, Beschluss vom 17.04.1984 – GmSOGB 2/​83, BGHZ 91, 111, 115 f.[]
  2. GmSOGB, Beschluss vom 17.04.1984 – GmSOGB 2/​83, BGHZ 91, 111, 115; BGH, Urteil vom 07.03.2002 – VII ZR 193/​01, WM 2002, 1249, 1250; Münch­Komm- ZPO/​Toussaint, 4. Aufl., § 88 Rn. 10; Zöller/​Vollkommer, ZPO, 29. Aufl., § 88 Rn. 7 a.E.[]
  3. vgl. Zöller/​Vollkommer, ZPO, 29. Aufl., § 89 Rn. 11 mwN[]