Die Was­ser­ge­büh­ren in der Pro­zess­kos­ten­hil­fe

Kos­ten der Was­ser­ver­sor­gung und der Abwas­ser­ent­sor­gung sind in die Ermitt­lung des sozi­al­recht­li­chen Regel­be­darfs nicht ein­be­zo­gen. Sie sind des­halb auch nicht im Par­tei­f­rei­be­trag nach § 115 Abs. 1 Nr. 2a ZPO ent­hal­ten, son­dern kön­nen bei der Ver­fah­rens­kos­ten­hil­fe­be­rech­nung als Kos­ten der Unter­kunft geson­dert abge­zo­gen wer­den.

Die Was­ser­ge­büh­ren in der Pro­zess­kos­ten­hil­fe

Das Ober­lan­des­ge­richt Dres­den hält inso­weit an der Recht­spre­chung fest, dass die Kos­ten für Frisch­was­ser und für Abwas­ser­ent­sor­gung Kos­ten der Unter­kunft sind, die als sol­che geson­dert abzieh­bar und nicht etwa bereits vom Grund­frei­be­trag des § 115 Abs. 1 ZPO erfasst sind [1].

Soweit in der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs [2] dar­auf ver­wie­sen wird, dass der Frei­be­trag an den sozi­al­hil­fe­recht­li­chen Regel­satz anknüp­fe, ist dies zwar rich­tig. Die­ser Regel­satz berück­sich­tigt die Kos­ten der Was­ser­ver­sor­gung und der Schmutz­was­ser­ent­sor­gung aber gera­de nicht.

Jeden­falls seit Inkraft­tre­ten des Regel­be­darfs – Ermitt­lungs­ge­set­zes (RBEG), d. h. seit 01.01.2011 wer­den die Was­ser­kos­ten vom sozi­al­hil­fe­recht­li­chen Regel­be­darf nicht erfasst; denn in den Ein­kom­mens- und Ver­brauchs­stich­pro­ben des sta­tis­ti­schen Bun­des­amts, auf deren Ergeb­nis­se das RBEG abstellt, sind Was­ser­kos­ten nicht ent­hal­ten [3].

Bei meh­re­ren Mit­be­woh­nern sind die­se Kos­ten, eben­so wie die Unter­kunfts­kos­ten im Übri­gen, nach Kopf­tei­len auf­zu­tei­len.

Ober­lan­des­ge­richt Dres­den, Beschluss vom 15. Janu­ar 2014 – 20 WF 1200/​13

  1. eben­so Zöller/​Geimer, 30. Aufl.2014, § 115 ZPO Rdn. 34 m.w.N.[]
  2. BGH, FamRZ 2008, 781[]
  3. eben­so OLG Frank­furt NJW 2013, 2370 unter Ver­weis auf BSG NZS 2013, 108; zustim­mend Büttner/​Wrobel – Sachs, Pro­zess- und Ver­fah­rens­kos­ten­hil­fe 7. Aufl.2014, Rdn. 273[]